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DFG-Projekt

Die Deutsche Kolonialgesellschaft

Die Bildsammlung

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Die Bildsammlung


















 

 




 

Die Sammlung der DKG war nach einem einheitlichen Konzept geordnet. Sie informierte zunächst sehr differenziert über die Träger und die Tätigkeit der deutschen Kolonialbewegung und dokumentierte dann hauptsächlich die allgemeine und insbesondere die deutsche Kolonialgeschichte.

Im umfangreicheren regionalen Teil werden alle Gebiete behandelt, in denen das Deutsche Reich Kolonialinteressen verfolgte, also in

1. Togo
2. Kamerun
3. Namibia/ Deutsch-Südwestafrika
4. Tansania / Deutsch-Ostafrika
5. Ruanda / Deutsch-Ostafrika
6. Burundi / Deutsch-Ostafrika
7. VR China / Kiautschou (Tsingtau)
8. Papua-Neuguinea / Kaiser-Wilhelmsland
9. Palau / Karolinen
10. Föderation von Mikronesien / Karolinen
11. Nord-Marianen (USA) / Marianen
12. Marshall-Inseln
13. Nauru
14. West-Samoa / Deutsch-Samoa.

Zu erwähnen sind auch die Siedlungsgebiete Deutscher in Lateinamerika (z.B. Blumenau) oder Australien.

Die Hauptthemenbereiche sind dabei
Entdeckungs- und Forschungsreisen, Geologie und Bergbau, Vegetation und einheimische Landwirtschaft, Landschaften und Tierstudien, die Siedlungstätigkeit Einheimischer und Weißer, Schule und Mission, traditioneller Handel und Verkehr, Einführung moderner Verkehrsmittel (Hafenanlagen, Eisenbahnen, Straßen), die Wirtschaftsentwicklung durch Europäer, Schutztruppen und Aufstände, Entdeckungs- und Forschungsreisen.

Darüber hinaus werden die gleichen Themenbereiche beispielhaft für Kolonien anderer Staaten in Afrika, Asien, Australien und Ozeanien vorgestellt.

Die Bildsammlung der Gesellschaft wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in thüringische Bergwerksstollen ausgelagert, dort von amerikanischen Truppen sichergestellt und schließlich, zusammen mit der etwa 15.000 Bände starken Bibliothek der Deutschen Kolonialgesellschaft, der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main unter ihrem damaligen Direktor Hanns Wilhelm Eppelsheimer übereignet.

Die Gesamtzahl der Bilder beträgt nach vorläufigen Schätzungen mindestens 55.000. Besonders wertvoll sind dabei die wenigen alten Großglasplatten-Negative, die handkolorierten Großdias und die frühesten Farbdias aus den überseeischen Gebieten.

Das Material ist durch Alterung und Lagerungsschäden unmittelbar gefährdet. Ein beträchtlicher Teil weist Verkratzungen, Verklebungen, Glasbruch, Ausbleichungen, Salzausblühungen, Schichtablösungen u.ä.m. auf. Alle Bilder sind hochgradig verstaubt. Es ist abzusehen, daß die nach Inhalt und Umfang unvergleichliche Bildsammlung über die deutsche Kolonialgeschichte in den kommenden Jahren dem endgültigen Verlust anheimfällt, sofern konservierende und restaurierende Maßnahmen unterbleiben.

Die vorrangigste aller Aufgaben besteht heute jedoch darin, die Bildinhalte zu sichern. Es gelang der Direktion der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt, die Deutsche Forschungs- gemeinschaft für das Problem zu interessieren, woraufhin mit deren finanzieller Hilfe das Bildmaterial zur Sicherung verfilmt und digitalisiert werden konnte.

Die darüber hinaus zur Nutzung und Erschließung erforderliche Unterstützung z.B. bei der Erfassung der vorhandenen Angaben in einer Datenbank und bei der Beschaffung einer ausreichend großen Rechneranlage erhielten wir von der Marga-und Kurt-Möllgaard- Stiftung und der Adolf-Messer-Stiftung.

Die Universitätsbibliothek Frankfurt ist dadurch in der Lage, in absehbarer Zeit eine wohl einzigartige kulturhistorische Bildsammlung der deutschen Kolonialaktivitäten, der ein hoher wissenschaftlicher Rang zukommen dürfte, wieder vollständig verfügbar zu machen.