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Ue-DFG-Aufsaetze.gif (1854 Byte)

  • Wolcke-Renk, Irmtraud D.: Sicherung und Erschließung des
    Bildbestandes der Deutschen Kolonialgesellschaft an der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main; Rundbrief Fotografie, N.F.11 (1996), S.14-20

  • Jäschke, Uwe U.: Technische Aspekte zur Sicherung und
    Erschließung des Bildbestandes der Deutschen Kolonial- gesellschaft; Rundbrief Fotografie, N.F.13 (1997), S.27-30

  • Hempel, Stephan: Technische Aspekte zur Programmierung des Digitalen Kolonialen Bildarchivs; Festzeitschrift: 10 Jahre Fachhochschulausbildung in den Studiengängen Vermessungswesen und Kartographie an der HTW-Dresden (2002), S.163-166


Sicherung und Erschließung des Bildbestandes der Deutschen Kolonialgesellschaft in der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main

 von Dr. Irmtraud Wolcke-Renk

 

 

 

 

 

 


English Translation



















Auswahl

Beschreibung der
Bildsammlung
Sicherung und erforderliche Maßnahmen
Bearbeitung
des Materials
Bearbeitungs
programm
Schlußbe-
merkung

Beschreibung der Bildsammlung

Die Deutsche Kolonialgesellschaft (DKG) war mit ihren bis zu 42.000 Mitgliedern der größte und einflußreichste Interessenverband der deutschen Kolonialbewegung. Sie bestand, wenn auch seit 1933 dem Reichskolonialbund eingegliedert, von 1882 bis 1943.

Ihr wichtigstes Mittel der Öffentlichkeitsarbeit war der Redevortrag. Schon in den 1880er Jahren wurde dieser gelegentlich wirkungsvoll durch private Glasplatten-Diapositive der Gastredner illustriert. Dies veranlaßte die Gesellschaft 1891, mit zunächst rund 100 großformatigen Schwarzweiß-Diapositiven den Grundstock zu einer eigenen Bildsammlung zu legen. Nachlässe von Mitgliedern und Freunden der Gesellschaft sowie die Überlassung von Originalen oder Duplikaten aus heute größtenteils untergegangenen amtlichen, kommerziellen und privaten Sammlungen vergrößerten rasch den Bildbestand. Der durch die Bildsammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft abgedeckte Dokumentationszeitraum reicht von einzelnen Großplattenraritäten der 1860er Jahre bis zu den ersten Farbdias von Ende der 1930er Jahre.

Die Sammlung der DKG ist nach einem einheitlichen Konzept geordnet worden. Sie informiert zunächst sehr differenziert über die Träger und die Tätigkeit der deutschen Kolonialbewegung und dokumentiert dann hauptsächlich die allgemeine und insbesondere die deutsche Kolonialgeschichte. Im umfangreicheren regionalen Teil werden alle Gebiete behandelt, in denen das Deutsche Reich Kolonialinteressen verfolgte:

Karte "Deutschland und seine Kolonien"
Weltkarte
1. Togo,
2. Kamerun,
3. Namibia / Deutsch-Südwestafrika,
4.  Tansania / Deutsch-Ostafrika,
5.  Ruanda / Deutsch-Ostafrika,
6.  Burundi / Deutsch-Ostafrika,
7. VR China / Kiautschou (Tsingtau),
8. Papua-Neuguinea / Kaiser-Wilhelmsland und Bismarck-Archipel,
9. Palau,
10. Förderation von Mikronesien / Karolinen und Marianen,
11. Marshall-Inseln,
12. Nauru,
13. West-Samoa / Deutsch-Samoa. Zu erwähnen sind auch die Siedlungsgebiete Deutscher in Lateinamerika (z.B. Blumenau in Brasilien) oder Australien.

Die Hauptthemenbereiche sind Entdeckungs- und Forschungsreisen, Geologie und Bergbau, Vegetation und einheimische Landwirtschaft, Landschaften und Tierstudien, die Siedlungstätigkeit Einheimischer und Weißer, Schule und Mission, traditioneller Handel und Verkehr, Einführung moderner Verkehrsmittel (Hafenanlagen, Eisenbahnen, Straßen), die Wirtschaftsentwicklung durch Europäer, Schutztruppen und Aufstände. Die gleichen Themen werden beispielhaft auch für Kolonien anderer Staaten in Afrika, Asien, Australien und Ozeanien vorgestellt.

Landwirtschaft

 

Einführung moderner Verkehrmittel


Die Bildsammlung der DKG wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in thüringische Bergwerksstollen ausgelagert, dann dort von amerikanischen Truppen sichergestellt und schließlich, zusammen mit der aus etwa 15.000 Bänden bestehenden Bibliothek der DKG, der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main unter ihrem damaligen Direktor Hanns Wilhelm Eppelsheimer übereignet.
Die Gesamtzahl der Bilder beträgt nach vorläufigen Schätzungen etwa 55.000. Besonders wertvoll sind dabei die wenigen alten Großglasplatten-Negative, die handkolorierten Großdias und die frühesten Farbdias aus den überseeischen Gebieten.

Phototechnisch gliedert sich der Bestand in folgende Gruppen:

  • Diapositive (10x10 cm), teilweise koloriert ca. = 5.000 Bilder
  • Glasplatten-Negative ca. = 25.000 Bilder
  • Kleinbilddias (s/w, Halbformat) ca. = 3.500 Bilder
  • Kleinbilddias (farbig) ca. = 1.000 Bilder
  • Schwarzweiß-Negative und Abzüge ca. = 20.000 Bilder

Die Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt verfügt damit über eine breitgefächerte und wohl einzigartige kulturhistorische Bildsammlung der deutschen Kolonialaktivitäten, deren Sicherung und Erschließung ein hoher wissenschaftlicher Rang zukommen dürfte.

Zustandsbeschreibung

Die Bilder sind, als Negative oder Positive (Dias) in unterschiedlichen Formaten und auf diversen Bildträgern, in Pappkartons gelagert. Das Material ist durch Lagerungsschäden und Alterung unmittelbar gefährdet. Ein beträchtlicher Teil weist Verkratzungen, Verklebungen, Glasbruch, Ausbleichungen, Salzausblühungen, Schichtablösungen o. ä. auf. Alle Bilder sind hochgradig verstaubt.
Es war bzw. ist abzusehen, daß die nach Inhalt und Umfang unvergleichliche Bildsammlung über die deutsche Kolonialgeschichte in den kommenden Jahren dem endgültigen Verlust anheimfällt, wenn sichernde Maßnahmen unterbleiben.

Erfassung der Bildinhalte

Allem Anschein nach sind die Bilder für die Auslagerung noch in sinnvoller Reihenfolge und relativ sorgfältig verpackt worden. Das Material hat aber im Zuge seiner kriegsbedingten Wanderungen die ursprüngliche Ordnung weitgehend eingebüßt. Beispielsweise scheint fast jeder, der mehrere Kästen aus Neugier oder sonstigen Gründen öffnete, grundsätzlich die zur Beschriftung und Markierung verwendeten Deckel vertauscht zu haben; in mindestens 50% der Fälle haben die Deckeltexte absolut nichts mehr mit dem Inhalt zu tun. Möglicherweise sind auch noch beiliegende Zettel verloren gegangen. Nur wenn Texte direkt bei/an den Bildern vorhanden sind, ist der Bildinhalt für uns meist problemlos zu identifizieren.

Die Sammlung ist also in beträchtliche Unordnung geraten, so daß eigentlich eine Detektivarbeit am Anfang steht, die fachkundiges Sortieren kombinieren muß mit der Handhabung tausender Einzelinformationen. Erst nachdem die Ausstattung der Bibliothek mit moderner Datenverarbeitungstechnik die Behandlung der zu erwartenden Datenflut auf akzeptable Weise zu ermöglichen schien, wurde daher 1992 mit dem genaueren Sichten und Erfassen des Inhalts der Kästen begonnen.





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Sicherung und dazu erforderliche vorbereitende Maßnahmen

Um dieses geschichtsträchtige Fotomaterial zu erhalten und der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen, sind nach einer Grobsortierung folgende Bearbeitungsschritte notwendig:

  • Sicherung der Bildinhalte, d.h. Sicherheitsverfilmung;
  • Ausleihfähige Bereitstellung des gesicherten Materials auf relevanten Ansichtsmedien;
  • Wissenschaftliche Erschließung, Auswertung und Veröffentlichung;
  • Restaurierung von besonders wertvollen beschädigten Originalen.

Für das komplette Projekt war anfangs eine Gesamtsumme von 2,5 Mio. DM und eine Bearbeitungsdauer von 6 Jahren vorveranschlagt worden; ein Geldgeber für ein derart großes Objekt ließ sich aber verständlicherweise nicht finden. Auch Spendenangebote konnten den zum Einstieg in das Projekt benötigten Finanzbedarf nicht decken.
Die nächstbeste Lösung konnte nur darin bestehen, das Projekt in mehrere in sich selbst abgeschlossene Teilschritte aufzutrennen. Die vorrangigste aller Aufgaben war es unter diesem Aspekt, eine Sicherung der Bildinhalte zu erreichen und dabei gleichzeitig ein Medium zu erstellen, das als Grundlage einer späteren Weiterbearbeitung möglichst hohen Anforderungen gerecht wird.
Es gelang der Direktion der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt, die Deutsche Forschungsgemeinschaft für das Problem zu interessieren, so daß ein Pilotprojekt zur Massenverfilmung von Halbtonmaterial initiiert werden konnte, bei welchem verschiedene Techniken der Massenverfilmung erprobt werden sollten. Die DFG übernahm dabei zunächst die Kosten für die Sicherheitsverfilmung einer ausreichend großen Testmenge an Bildmaterial. Jedoch waren die Vorbereitungen zur Verfilmung einerseits und die Restaurierung beschädigter Bilder sowie die wissenschaftliche Erschließung des Materials andererseits im Projektvolumen nicht enthalten. Die vorbereitenden Arbeiten wurden daher von der Stadt- und Universitätsbibliothek übernommen und teils in unbezahlter Überstunden- und Heimarbeit ausgeführt.
Mit dem vorgenannten Pilotprojekt sollte ermittelt werden, ob eine kommerzielle Firma in der Lage ist, eine Massensicherheitsverfilmung von Halbtonvorlagen in guter Qualität und zu vertretbaren Preisen durchzuführen. Dabei muß der Auftragnehmer auch in der Lage sein, die Vorgaben der Bibliothek hinsichtlich Codierung u.ä. zu erfüllen.
Vorgegeben wurde das Erstellen

  • eines Sicherungsfilms, der möglichst nie mehr benutzt werden soll und der unter den bestmöglichsten Bedingungen zu archivieren ist;
  • eines Scanfilms, der zum Aufbau einer Bilddatenbank gebraucht werden wird und der bis dahin möglichst nicht benutzt und verkratzt werden darf;
  • eines Benutzungsmediums, d.h. beispielsweise eines Films, von dem wiederholt Papierkopien („Ansichtsmedium") gezogen werden können; ein Film also, der konsequenterweise strapaziert wird, bei häufigem Gebrauch ggf. auch beschädigt werden kann und der mittels des Scanfilms reproduzierbar ist, falls bis dahin nicht andere (z.B. digitale) Kopiermöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Bei einer Massenverfilmung muß das Material bevorzugt nicht nach Bildinhalt, sondern nach Bildträger und Bildformat sortiert sein, da die Verfilmungsfirmen bei der Preiskalkulation davon ausgehen, daß ihnen jeweils größere Mengen gleichartigen Materials übergeben werden, so daß Serienarbeit ohne allzu häufiges Umstellen der Maschinen möglich wird. Aus dem vorhandenen Material wurden deshalb für die ersten größeren Probeaufträge ca. 15.000 Glasplattennegative des Formats 9x12 ausgewählt. Im Hinblick auf eine spätere wissenschaftliche Erschließung und Bereitstellung für den Nutzer war natürlich auch eine thematische Grobsortierung geboten. Um aber die doch recht empfindlichen Vorlagen zu schonen, entschlossen wir uns, keine Feinsortierung durchzuführen und die Bilder zunächst verfilmen zu lassen. Bestärkt wurden wir dabei durch die Tatsache, daß die Bilder der Sammlung keine Inventarnummern enthalten. Mit dieser Vorgehensweise ist der Verfilmende der erste, der jedes einzelne Bild direkt in die Hand nimmt. Sobald dann zusammen mit der Sicherung jedes Bild automatisch eine eineindeutige

code.jpg (6278 Byte)

Codierung


bekommen hat, sind die Grundlagen geschaffen für eine nachfolgende Einzeldokumentation und für die Erfassung eventuell vorliegender zusätzlicher Daten.

Die Bezeichnung "Massenverfilmung" ist übrigens für unser Projekt nicht voll zutreffend. Zwar ist die Vorbereitung und die Zusammenstellung der Lieferungen "auf Masse" abgestellt, trotzdem muß die Verfilmungsfirma aber jedes einzelne Bild reinigen und für jedes einzelne Bild die Maximal- und Minimaldichte bestimmen, damit möglichst viele Informationen des Originals auf den Sicherungsfilm übertragen werden.
Unsere erste Bilderauswahl ist mittlerweile gemäß den zuvor aufgeführten Vorgaben verfilmt, seit kurzem liegen 3x21 Filmrollen zu je 30m über Ost- und Südwestafrika vor. Es handelt sich dabei z.B. um Photos des Obersten von Schleinitz aus Ostafrika,

 

die um 1907 entstanden, um Photos von Dr. Fritz Jäger, der durch den Ersten Weltkrieg zwischen 1914 und 1919 in Südwestafrika festgehalten worden war, sowie - nach Themen benannt - um Bilder zu Fauna, Flora, Jagd, Verkehr, Bevölkerung u.a.m.
Da die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Pilotprojekt die Auftragsvergabe an mindestens zwei Firmen mit möglichst unterschiedlicher Vorgehensweise verlangte, haben wir auch zwei technisch unterschiedliche Verfilmungsergebnisse erhalten, wobei die Bildqualität in beiden Fällen gleich gut zu sein scheint:

  • Herrmann & Kraemer, D-82467 Garmisch-Partenkirchen, arbeitet mit dem Schwarz-weiß-Material Kodak DDP und es entsteht ein Masterfilm, von dem 2 Kopien gezogen werden. Die Codierung entspricht - unabdingbare Voraussetzung! - unseren Vorstellungen und Anforderungen. In Vorbereitung ist inzwischen auch eine technische Modifikation, die die gleichzeitige Herstellung von 2 Mastern ermöglicht, von denen dann noch eine Kopie abgenommen werden soll.
  • IKM Ihrig, D-61209 Echzell, benutzt einen Farbfilm von Ilford (Ilfocrome Micrographic) und es entstehen, bedingt durch die Aufnahmetechnik, 3 Masterfilme. Dieses an sich faszinierende Ergebnis wird gegenwärtig aber noch dadurch erheblich beeinträchtigt, daß die Codierung bei den im nächsten Kapitel genannten normalen Bearbeitungsschritten nicht sichtbar oder nicht übertragbar ist.

Im Verlauf unserer Arbeiten stellte sich außerdem heraus, daß bei der Verwendung von Farbfilmen zumindest der Benutzungsfilm perforiert sein muß, da er sonst zur Herstellung von Abzügen in kommerziellen Großlabors nicht bearbeitet werden kann, so daß unter deutlich erhöhten Kosten auf Speziallabors ausgewichen werden müßte.
Wegen der insgesamt positiven Ergebnisse und aufgrund der Tatsache, daß mittlerweile zwei private Stiftungen das Projekt fördern, sagte die Deutsche Forschungsgemeinschaft schließlich zu, die Arbeiten über die Pilotphase hinaus zu unterstützen und zumindest die Sicherung aller besonders gefährdeten Glasplatten zu finanzieren.





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des Materials
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Bearbeitung des Materials nach der Sicherung

Nach Ausführung der beschriebenen ersten Sicherungs-(probe-)aufträge hatten wir zahlreiche Filmrollen vor uns liegen, konnten sie aber praktisch nicht nutzen. Unser ursprünglicher Plan, von den Filmen nach und nach im hauseigenen Labor Abzüge herstellen zu lassen, war nämlich nicht mehr zu realisieren, da die finanziellen Schwierigkeiten der Stadt Frankfurt zu massiven Personal- und Mittelkürzungen geführt hatten - und 30m lange Halbtonfilme kann man realistischerweise nicht wieder und wieder zur Erlangung von Einzelinformationen hin- und herspulen. Es fehlte uns also zunächst das Ansichtsmedium, nach welchem die Bilder von uns bearbeitet und später vom Benutzer gesichtet und bestellt werden können.
Wir hatten nun das große Glück, daß Weihnachtsmann und Osterhase gemeinsam in Form der Marga-und-Kurt-Möllgaard-Stiftung zu uns kamen, welche durch einen Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf unsere Sammlung aufmerksam geworden war. Diese Stiftung gab uns Mittel - auch solche für Personal -, die es uns ermöglichten, mit allen in diesem Kapitel aufgeführten Arbeitsschritten zu beginnen.

1.) Die verschiedenen Ansichtsmedien

Natürlich ergaben sich die Schwierigkeiten, in die das hauseigene Photolabor geraten sollte, nicht von heute auf morgen. Wir hatten somit Anlaß und in gewisser Weise auch Zeit, die ganze Problematik aus verschiedenen Blickwinkeln neu zu überdenken und zu diskutieren. Dies führte zu dem Ergebnis, neben der Variante der Papierabzüge die Alternativen Microfiche und Photo-CD ernsthaft in die Überlegungen einzubeziehen. Wir testeten also einen kleinen Teil des Filmmaterials daraufhin, welche der drei Möglichkeiten -- unter den Aspekten der Kosten, des sofort und künftig zu erwartenden Zeitaufwandes für eine Bearbeitung, des quantitativen und qualitativen Outputs an Informationen und nicht zuletzt der "Bequemlichkeit" bei der Nutzung -- unseren Anforderungen am besten entspräche. Dazu wurden unter Verwendung derselben Negative in Auftrag gegeben:

  • Papierabzüge in einem ausgesuchten Photofachgeschäft;
  • Microfiches bei den beiden Firmen, die die Filme hergestellt hatten;
  • Kodak-Photo-CDs in einem darauf spezialisierten Labor.

Als grundsätzlicher Befund unserer Tests ist festzustellen, daß weder die Papierabzüge noch normal belegte Microfiches in der Lage sind, alle auf einem Film vorhandenen Details wiederzugeben, während Photo-CDs, wo die Daten in digitalisierter Form vorliegen, bei hoher Auflösung dazu komplikationslos fähig sind, sofern die erforderliche Speicherkapazität vorhanden ist.
Die Versuche mit den Photo-CDs wurden freundlicherweise von Herrn Prof. U. Jäschke in der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden durchgeführt, da in unserem Hause erst seit kurzem die erforderliche Geräte- und Softwareausstattung vorhanden ist. Hier half uns ein weiterer glücklicher Umstand, als ein Artikel im Namibia-Magazin die Adolf-Messer-Stiftung zu uns führte. Dieser Stiftung verdanken wir Gelder für die computertechnische Aufrüstung. Erwähnenswert ist vielleicht an dieser Stelle, daß wir uns dazu entschlossen, jene Mittel fast ausschließlich in die Hardware (schneller Rechner, große Festplatte, großer Arbeitsspeicher, CD-ROM-Laufwerk, Drucker mit großem Speicher) zu investieren, da wir in dieser Hinsicht unseren Bedarf bereits genau kannten. Bei der Software geben wir uns vorläufig mit einem vorhandenen älteren, jetzt aber noch ausreichenden Datenbanksystem zufrieden, zumal wir von allen Seiten versichert bekamen, unsere Daten ließen sich später relativ problemlos in ein auf unsere - derzeit eventuell noch nicht voll überblickbaren - Anforderungen hin zugeschnittenes System überführen.

Papierabzüge

Die Papierabzüge vom Benutzungsfilm wurden in einem für gute Arbeit bekannten Photofachgeschäft hergestellt, es erfolgte aber keine besondere Zusatzbehandlung. Die Qualität der Abzüge ist brauchbar, der Preis liegt jedoch unverhältnismäßig hoch (mindestens 2 DM für einen Abzug 13x18). Um qualitativ wirklich sehr gute Abzüge zu erhalten, die für Veröffentlichungen verwendbar sind, müßten zusätzliche Handbearbeitungen durchgeführt werden, was nochmals um ein Vielfaches teurer würde. Wir sind daher von unserer ursprünglichen Idee abgegangen, zur späteren wissenschaftlichen Bearbeitung von jedem Bild einen Papierabzug herstellen zu lassen.
Da aber für Veröffentlichungen heute noch hin und wieder Papierabzüge angefordert werden und weil wir auch an die Gegebenheiten in den ehemals kolonisierten Ländern denken müssen, halten wir trotz der folgenden Ausführungen die Anfertigung und Bereitstellung eines Benutzungsfilms nach wir vor für angebracht, zumal dies preislich nicht nennenswert zu Buche schlägt.

Microfiches

Microfiches sind heute das gängige Medium zur Sicherung von Schriftgut aller Art, besonders von umfangreichen Textsammlungen wie z.B. großen Zeitschriftenbeständen. Die notwendigen Lesegeräte sind in praktisch jeder Bibliothek und jedem Institut vorhanden. Es erscheint also konsequent, ein großes Bildarchiv auf Microfiches anzubieten, denn dies ermöglicht es, das gesicherte Material ohne Schädigung der Filme beliebig oft und vor allem auch ohne Datenverarbeitungsausrüstung anzusehen. In Kombination mit der ebenfalls von der Möllgaard-Stiftung finanzierten Datenbank aller Angaben, welche sich bei dem originalen Bildmaterial befinden (siehe im Folgenden), ist ein Ausdruck der vorhandenen bildbezogenen Informationen möglich und kann den Microfiches als Papierausgabe beigefügt werden.
Darüberhinaus hielten wir es für sinnvoll und u.U. für arbeitserleichternd, die Fiches mit so großen Bildern belegen zu lassen, daß diese gemeinsam mit der Codierung mit bloßem Auge noch einigermaßen gut zu erkennen sind. Es zeigte sich, daß bei 49 Bildern pro Fiche das Preis-Leistungs-Verhältnis am günstigsten war. Trotz der bereits angedeuteten Vorteile der Photo-CDs hat sich bis heute kein gewichtiges Argument ergeben, das für einen Verzicht auf die Microfiches spräche  -  das Gegenteil trifft zu.


Photo-CDs

Wir betrachten die Photo-CD, unter welchen Aspekten man auch immer argumentieren mag, als das optimale Arbeitsmedium:

  • Sie kann alle auf dem Film vorhandenen Informationen umgehend auf einem Bildschirm darstellen;
  • Die Bilder sind jederzeit ohne erneute Kosten von der Platte abrufbar und können in ein Retrievalprogramm eingebunden werden;
  • Trotz steter Verfügbarkeit müssen die Bilder nicht ständig im Computer gespeichert bleiben;
  • Bei Bedarf sind jederzeit gute und preisgünstige Papierausdrucke herstellbar, wobei jedoch hohe technische Mindestanforderungen bestehen, z.B. an die Speicherkapazität des Druckers;
  • Als Quelle für Druckvorlagen mittels Laserbelichtung in Satz- und Reprostudios sind digitalisierte Bilder heute Stand der Technik;
  • Mit der Photo-CD existiert ein weiteres langlebiges Sicherungsmedium, das sich aber aus chemisch-technischer Sicht völlig von einem Film unterscheidet;
  • Die Herstellung einer Photo-CD ist nicht teurer als die Herstellung einer entsprechenden Menge von Papierabzügen (ein für uns unerwarteter Befund).

Vergleichende Bewertung der einzelnen Ansichtsmedien:

  Papierabzüge Microfiches Photo-CD
Ausnutzung der Filminformation mäßig gut je nach Auf- lösung gut bis sehr gut
ohne Hilfsmittel ansehbar? ja bedingt nein
erforderlicher Lagerplatz im Regal Es wird relativ viel Platz gebraucht:
100 Bilder = 5 cm; die etwa 700 Bilder eines Sicherungsfilms verbrauchen ca. 30-35 cm Stellfläche
Deutliche bis erhebliche Platz- reduzierung gegenüber Papierbildern: 49 Bilder/Fiche = 0,5 mm; d.h.
1 mm für 100 Bilder oder
7 mm (= 14 Fiches) für einen Sicherungsfilm.
Die Aufbewahrung in MAP-Fiche- kasetten mit 30 Fiches erfordert etwa 5 cm Stellfläche.
Der Platzbedarf ist wergen der Hüllen größer als bei Fiches: etwa 100 Bilder pro CD, eine CD benötigt 0,5 cm, 6-7 CDs pro Sicherungsfilm verbrauchen also ca. 3-4 cm.
Eine noch nicht auf dem Markt befindliche Katalog-CD würde ca. 800 Bilder fassen, d.h. 1 Film paßt auf 1 Katalog-CD = 0,5 cm.
Zugriff auf die Bilder schnell und direkt Über Belegungsliste im Handbetrieb erträglich schnell, automatisiert mit PC und Microfiche- Kasette schnell Über Belegungsliste schnell, bei hoher Auflösung kann der Bildaufbau aber etwas länger dauern.
Vervielfältigung Jeder erneute Abzug vom Film ist kosten- intensiv und kann außerdem zu Schäden auf dem Film- material führen. Die Duplizierung des Fiches ist relativ einfach und selbst als Silber-Halbton- kopie billig. Eine Druckausgabe über ange- schlossenen Scanner und Drucker soll möglich sein. Readerprinter- abzüge sind aber bei Halbtonmaterial kaum brauch- bar. Die Kodak-Photo- CD ermöglicht Ausdrucke über den Kodak- printer oder über einen PC mit Drucker. Die Ergebnisse sind je nach Auflösung gut bis ausge- zeichnet, verlangen aber bei hoher Auflösung auch hohe Zwischen- speicher- kapazitäten im Drucker.
Kosten
(Stand:
Frühjahr 1996)
9x12 = 0,65 DM,
13x18 = 2,00 DM (oder etwas mehr);
100 Stück also mindestens 65 bzw. 200 DM.
1 Masterfiche mit 49 Bildern kostet einmalig 15 DM,
1 Silberhalbton- kopie 3,50 DM, 100 Bilder also reichlich 7 DM.
Die Herstellung einer Photo-CD mit 100 Bildern kostet etwa 200 DM, der Ausdruck eines Bildes über einen Drucker bis zu 1 DM (Selbstkosten). Eine Photo-CD kostet also etwa das Gleiche wie die entsprechende Anzahl von 13x18 Papier- bildern!


2.) Erfassung der Bilder und ggf. der Bildtexte

Ein Katalog mit stichwortartigen Beschreibungen der verfilmten Kästen ist in einer Datenbank als Nebenprodukt der Vorbereitung zur Sicherung bereits vorhanden. Die Verknüpfung der Sicherungsfilme mit diesem Katalog durch Nachtragen der Filmcodierungen in der Datenbank wurde, da Hilfskräfte zunächst nicht in Sicht waren, von der Projektleiterin übernommen, um die Übersicht über die bisher bearbeiteten Materialgruppen nicht zu verlieren.
Weitere wichtige Arbeiten nach der Sicherung, also möglichst bald nach der Rückkehr der Bilder von der Verfilmungsfirma in die Bibliothek, sind:

  • Das Eintragen der einzelnen Bilder in eine zweite Datenbank, d.h. die Erfassung der formalen Bilddaten (eineindeutige Bildcodierung, Größe, Material, jedoch ohne Aussagen über den Inhalt) nach vorgegebenen Regeln auf einem elektronischen Erfassungsbogen (Eingabemaske);
  • Das Ergänzen dieser Eintragungen um die originalen Bildtexte, falls die Bilder beschriftet sind.

Zur Vermeidung von Doppelarbeit und zur Schonung der Originale sollten die vorgenannten zwei Arbeitsschritte gemeinsam erfolgen, ggf. unter Erweiterung um zusätzliche Microfiche- und CD-Codes. Die Originale sollten nach dieser Aktion möglichst nicht mehr benutzt werden, ausgenommen zu Restaurierungszwecken oder zur Herstellung hochwertiger und stark vergrößerungsfähiger Reproduktionen, welche allerdings preislich eine absolute Sonderstellung einnehmen.

Die Eingabemaske wurde in unserem Hause nach unseren Erfordernissen entworfen. Sie ist bei Bedarf jederzeit erweiterbar und wird als Anlage 2 in verkürzter Form vorgestellt. Die Einzelbilderfassungen mittels der Eingabemaske laufen zur Zeit für das bereits gesicherte Material - möglich wurde dies dank Geldern der Marga-und-Kurt-Möllgaard-Stiftung für eine ausstattungsbedingt begrenzte Zahl studentischer Hilfskräfte.
Alle unter dieser Ziffer 2) aufgeführten Arbeiten bilden die unverzichtbare Grundlage für die folgende Schlagwortvergabe und wissenschaftliche Erschließung.

Anlage 2: Eingabemaske (Kurzfassung)

Neu erstellte Codes der Stadt- u. Universitätsbibliothek Frankfurt am Main

Bildnummer
(= eineindeutiger Sicherungscode)
Neue Numerierung bzw. Signatur; jeder Sicherungscode darf nur einmal existieren, er entspricht der Codierung des Bildes auf dem Sicherungs- film. beim Ausfüllen der Maske ist nur eine Angabe zulässig
Codes auf Microfiches und CDs Nummer des Micro- fiches respektive CD-Image-Nummer zur Lokalisierung eines Bildes auf einem Microfiche oder einer CD. Jeder Code darf nur einmal existieren. mehrere Angaben sind zulässig

Aus der Bildsammlung der DKG zu entnehmende Befunde und alte Angaben

DKG -
Bildnummer(n)
Alte Angabe(n), jedoch computer- sortierbar aufbereitet (aus Text auf Bild oder Hülle ent- nommen) mehrere Angaben sind möglich, da mehrere alte Notationen existieren können
Text auf Bild Angaben, die direkt auf dem Bild stehen, müssen ohne jede Änderung übernom- men werden. Nicht bzw. schlecht les- bare Worte müssen durch ein Frage- zeichen ersetzt oder in Klammern gesetzt und mit Frage- zeichen ergänzt werden. ein Fehlen von Beschriftungen ist zu vermerken
Text auf Hülle Angaben, die auf der Hülle des Bildes stehen, müssen ohne jede Änderung übernommem werden; sonst wie oben. wie vorstehend
Bemerkungen Beschreibung vorge- fundener Fakten (z.B. Repro, retuschiertes Negativ usw.) mehrere Angaben sind möglich
Material z.B. Glasplatte, Planfilm  
Bildgröße Träger-, ggf. auch Bildmaße  
Erhaltungszustand Zustand des betreffenden Bildes mehrere Angaben sind möglich

Aus den alten Texten übernommene oder recherchierte Daten und Angaben

Bildautor(en), ggf. auch Sammler Ein Bild kann nach- bearbeitet oder in eine Sammlung auf- genommen worden sein. Alle Bearbeiter sind mit der Art Ihrer Tätigkeit anzugeben. mehrere Angaben sind möglich, z.B. Photograph und Zeichner
Entstehungsjahr Entstehungsjahr des in der Sammlung vor- liegenden Objektes eine Angabe
Entstehungsjahr und Quelle bei Repros Entstehungsjahr und Herkunft der Bild- vorlage  
abgebildete Person(en) Name(n) und charakterisierende (Lebens-)Daten  

Bei der inhaltlichen Beschreibung und/oder wissenschaftl. Auswertung zu erstellende Angaben

Region (ggf. mit Orten) Die Angabe der modernen Länder- und Ortsnamen ist Vorschrift. Zusätzlich werden die Namen aus der Zeit der
Entstehung des Originals einge- tragen.
 
Sachgruppen Es ist vorgesehen, die Sachgruppen der Deutschen Bibliothek zu benutzen. Mehrfachnennungen sind möglich
Schlagworte Moderne Bezeich- nungen wählen! Mehrfachnennungen möglich
Inhalt / Kommentar Frei gestaltbare Texte des Bearbeiters  


3.) Verfilmungs- und Bearbeitungskosten

Für die Sicherungsverfilmung muß mit etwa 6,- DM je Bild gerechnet werden, wenn 3 Filme entstehen sollen. Der Preis hängt natürlich auch vom Zustand des Materials und der Größe des Auftrags ab.

Die Herstellung eines Masterfiches mit 49 Aufnahmen kostet ca. 15,- DM, jede davon gezogene Silber-Halbton-Kopie etwa 3,50 DM. Andere Microfiche-Vervielfältigungsarten mußten wir unter den bei uns gegebenen Möglichkeiten bisher als qualitativ unbefriedigend einstufen (z.B. Readerprinterabzüge).

Die Übertragung eines Bildes auf Kodak-Photo-CD liegt bei direkter Übernahme vom Film, also ohne Änderung der Bildfolge, bei ca. 2,- DM pro Aufnahme. Der Ausdruck eines Bildes von der CD auf Papier verursacht ungefähr 1,- DM Selbstkosten, wobei der Preis des Toners am stärksten zu Buche schlägt.

Die Personalkosten für die Eingabe der Bilddaten in die Datenbank sind etwas schwierig zu berechnen, da die anfallende Datenmenge pro Bild höchst unterschiedlich ist. Im Schnitt gehen wir von einer Bearbeitungszeit von etwa 15 Minuten je Bild aus. Die Vergütung einer studentischen Hilfskraft beläuft sich derzeit auf etwa 15,- DM pro Stunde, wobei keine Lohnzusatzkosten anfallen.

Stand für diese Angaben: Frühjahr 1996.






 
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Bearbeitungsprogramm zur wissenschaftlichen Erschließung

1) Allgemeine wissenschaftliche Erschließung

Die Bearbeitung der Bildsammlung der DKG kann erst dann als abgeschlossen angesehen werden, wenn diese nicht nur gesichert und katalogisiert, also einem breiten Publikum zugänglich gemacht, sondern wenn sie auch noch wissenschaftlich erschlossen, also qualifiziert beschrieben und kommentiert worden ist. Hierzu gehört auch die Recherche nach ergänzenden Materialien (Archivalien, gedruckte Verzeichnisse, Beschreibungen anderer Bildbestände etc.), die Führung von fachlicher Korrespondenz und die Auswahl weiteren in- und ausländischen Bildmaterials zur sinnvollen Ergänzung der eigenen Sammlung. Die Erschließungsarbeit kann im Prinzip nur von wirklichen Spezialisten übernommen werden, die z.B. sehr gute Landeskenntnisse der ehemaligen deutschen Kolonialräume und möglichst auch ein beachtliches Wissen über den deutschen und fremdsprachigen Forschungsstand zur Kolonialgeschichte besitzen.

Genaugenommen liegt hier eine Aufgabe vor uns, die nie als wirklich beendet eingestuft werden kann. Es wird immer neue Informationen geben, die nachzutragen lohnend erscheint. Wenn wir vom Abschluß der Arbeiten sprechen, meinen wir demgegenüber einen anzustrebenden Zustand, in dem zu jedem als wichtig erscheinenden Bild (unsere Sammlung enthält durchaus auch Belangloses) eine informative Beschreibung und möglichst auch ein ergänzender Kommentar in einer Form vorliegt, die raschen und selektiven Zugriff ermöglicht. Zwischen 5 und 10 Mannjahren intensiven Schaffens sind hierzu sicherlich einzuplanen.

Gegenwärtig stehen uns keinerlei Mittel zur Vergütung solcher wissenschaftlichen Arbeiten zur Verfügung. Wir hoffen aber auf die Mithilfe freiwilliger und weitgehend ehrenamtlicher Mitarbeiter. Für den Bereich Namibia, Kiautschou/Tsingtau und vielleicht auch Tansania sind wir in diesem Sinne bereits fündig geworden, der Beginn der Erschließungsarbeiten ist hier abzusehen.

2) Erstellung einer digitalen Bilddatenbank

Zu einer optimalen wissenschaftlichen Erschließung muß heute auch die Übertragung der digitalisierten Bilder und der zugehörigen Kommentare in eine Datenbank gezählt werden, von der aus das Material online abgerufen oder per CD-ROM weitergegeben werden kann.

Die Erstellung einer solchen Bilddatenbank ist jedoch beim gegenwärtigen Stand der Arbeiten und in Anbetracht des eingeschränkten finanziellen Spielraums sicherlich die der Bibliothek am wenigsten dringlich erscheinende Aufgabe, über deren Realisierung auch später noch entschieden werden kann. Die Zeit für eine Diskussion einschlägiger Details ist also unsererseits noch nicht gekommen; die diesbezüglichen gedanklichen Vorbereitungen, Planungen und grundlegenden Versuche konnten wir aber dankenswerterweise schon jetzt in die Hände von Herrn Prof. U. Jäschke in Dresden legen.





 
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Schlußbemerkung

Bisher wurde erst ein Teil unserer Sammlung verfilmt und im Detail gesichtet - die wissenschaftliche Erschließung ist Zukunftsmusik. Dank der Unterstützung durch die Deutsche  Forschungs- gemeinschaft, die Marga- und Kurt-Möllgaard-Stiftung und die Adolf-Messer-Stiftung ließ sich jedoch inzwischen wenigstens ein solides Fundament legen.

Die Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main wird bemüht sein, ihre wohl einzigartige kulturhistorische Bildsammlung der deutschen Kolonialaktivitäten, der ein hoher wissenschaftlicher Rang zukommen dürfte, in absehbarer Zeit wieder vollständig verfügbar machen zu können.