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  • Wolcke-Renk, Irmtraud D.: Sicherung und Erschließung des
    Bildbestandes der Deutschen Kolonialgesellschaft an der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main; Rundbrief Fotografie, N.F.11 (1996), S.14-20

  • Jäschke, Uwe U.: Technische Aspekte zur Sicherung und
    Erschließung des Bildbestandes der Deutschen Kolonial- gesellschaft; Rundbrief Fotografie, N.F.13 (1997), S.27-30

  • Hempel, Stephan: Technische Aspekte zur Programmierung des Digitalen Kolonialen Bildarchivs; Festzeitschrift: 10 Jahre Fachhochschulausbildung in den Studiengängen Vermessungswesen und Kartographie an der HTW-Dresden (2002), S.163-166


Technische Aspekte zur Programmierung des Digitalen Kolonialen Bildarchivs

Stephan Hempel,Dresden

Einleitung

"Die Sicherung des Bildbestandes der Deutschen Kolonialgesellschaft (DKG)1822-1936 in der Stadt-und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main erfolgt im Rahmen des DFG-Projektes Mikroverfilmung gefährdeter Bibliotheksbestände.Es handelt sich um ein Pilotprojekt zur Verfilmung von Bildmaterial zur Langzeitarchivierung auf Halbton-bzw.Farbfilm. Die Sicherungsverfilmung wurde 1997 abgeschlossen."[1 ]Diese Filme stellen die Grundlage für das Digitale Koloniale Bildarchiv dar. "Die vollständige Digitalisierung und die damit einhergehenden Erschließungsaktivitäten sollen erlauben,die für die Forschung (Historiker, Ethnologen ...)äußerst wertvollen Dokumente in allgemeiner Form zugänglich zu machen. Bei der Realisierung arbeiten die Stadt und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main und der Fachbereich Vermessungswesen/Kartographie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden zusammen.Die Vernetzung von Rechnersystemen weltweit im Internet ermöglicht über sogenannte WWW-Server die Veröffentlichung von Bild-und Sachdaten."[2 ] Der Nutzer benötigt eine einfache Internetanwendung mit maximaler Funktionalität.Es gibt durch fortwährende Weiterentwicklung immer wieder neue Hard-und Software,welche mehr Möglichkeiten aufweisen,erstellte Anwendungen auf nutzerdefinierte Bedürfnisse anzupassen. Der Markt bietet dabei eine Vielzahl von Programmen z.B.im Bereich Datenbanken(MS Access,MySQL,Image Finder,Filemaker), Bildbearbeitungsprogrammen (Adobe Photoshop, Corel Photopaint)oder HTML-Editoren (Frontpage,Dreamweaver).Die richtige Wahl der Software setzt ein gewisses Maß an hellseherischen Fähigkeiten voraus.Schließlich entscheidet man sich für ein Softwareprodukt,das auch in Zukunft Anwendung finden soll und vom Support unterstützt werden muss.Dies wiederum bedeutet,dass man vom Hersteller der entsprechenden Produkte sehr abhängig ist. Ändert ein Hersteller sein Programm (z.B. neue Programmversion),kann es vorkommen, dass Dokumente der Vorgängerversion nicht mehr mit der entsprechenden Nachfolgerversion editiert werden können.Dieser Problematik muss sich auch das Digitale Koloniale Bildarchiv stellen. Unsere Vorgaben und Ziele "Für die Veröffentlichung unserer Sammlung sollten folgende Vorgaben erfüllt werden:

  • dauerhafte Vorhaltung der Bilder auf geringst möglichem Raum
  • detaillierte und schnelle Bildrecherche
  • direkter Zugriff auf Bild-und Erschließungs-daten
  • hochwertige Reproduktionsmöglichkeiten bei gleichzeitigem Urheberschutz.

Aus diesen Vorgaben wurden die nachstehen-
den Aufgaben und Ziele entwickelt:

  • Technische Sicherung der Originale durch Restaurierung und Sicherheitsverfilmung
  • Wissenschaftliche Erschließung der Bildsammlung
  • Kostengünstige Archivierung, Bereitstellung und Präsentation

der Bilder und ihrer Erschließungsdaten Veröffentlichung des Bildmaterials und auszugsweise Übergabe an die vierzehn Nachfolgestaaten der ehemaligen deutschen Kolonien in Afrika,Asien und Ozeanien im Rahmen der wissenschaftlich-kulturellen Entwicklungszusammenarbeit."[3 ]

Was bisher geschah.

Ende der 90-iger Jahre wurde eine Internetoberfläche auf Basis von Microsoft Frontpage 97 geschaffen.An diesem Pilotprojekt arbeitete Kati Goldmann (Absolventin der HTW).Diese Internetseite stellt neben Informationen zu den einzelnen Projekten (Bilddatensicherung, Digitalisierung,Internetbilddatenbank) eine Recherchefunktion über die Koloniale Bilddatenbank zur Verfügung. Es besteht die Möglichkeit nach mehreren Suchbegriffen zu recherchieren.So kann nach Suchbegriffen wie Schlagwort, Region, Person, Photograph und Volk gesucht werden. Außerdem ist eine Volltextsuche über die gesamte Datenbank möglich. Die Datenbank besteht im wesentlichen aus einer Microsoft Access Datenbanktabelle.Der Zugriff erfolgt über eine auf einem Server installierte ODBC-Datenbankschnittstelle. Die Daten der Access Datenbank stammen aus der eigentlichen Archivierungsdatenbank, einer sogenannten Imagefinder-Datenbank. Diese Imagefinder-Datenbank wurde eigens für die Archivierung der Kolonialen Bilddaten angepasst und wird seit einigen Jahren für die Archivierung der Bilddaten verwendet. Welche Probleme traten auf? Wie bereits in der Einleitung erwähnt,gibt es häufig Kompatibilitätsprobleme bei unterschiedlichen Programmversionen.Dieses Problem trat ebenfalls bei der Programmumstellung von Microsoft Frontpage 97 zu MS Frontpage 2000 auf.Mit der 2000-er Version unterstützt Microsoft keine .idc Dateien mehr,wie dies bei der bisher genutzten Version der Fall war. Microsoft orientiert sich derzeitig völlig auf seine eigens entwickelte serverseitige Scriptsprache ASP. Um das Projekt weiter entwickeln zu können,gab es für uns zwei Möglichkeiten:

1. mit der alten Frontpage Version 97 weiter arbeiten oder
2. auf die neue Version 2000 umsteigen Bei der Version 2000 hätten die Internetan- wendungen völlig auf ASP umgestellt werden müssen.Als Nachteil würde hier ein erheblicher Zeitverlust auftreten.


Ein weiteres Problem stellt der Internetserver von Microsoft (Internet Information Server 4) dar.In der momentanen Testphase kommt es häufig zu Abstürzen bzw.Fehlern,welche auf dieses Serverprogramm zurück zu führen sind.

Das Neue System

In Anbetracht der Probleme und bei Berücksichtigung des erneut anfallenden Programmieraufwandes haben wir uns für eine weit greifende Umstellung der Entwicklungsprogramme entschieden,wobei auf kommerzielle Produkte verzichtet wird.

  • MS IIS ->Apache Webserver
  • MS Frontpage 97 ->HTML-Editor Phase 5
  • ASP bzw.IDC ->Scriptsprache PHP

Als Vorteil kann hier angeführt werden,dass nunmehr die Möglichkeit besteht,die Internetdatenbankanwendung auch plattformunabhängig (Unix,Linux)zu installieren,da die neuen Entwicklungsprogramme für verschiedene Systeme entwickelt wurden. Vor- und Nachteile der Umstellung Die Umstellung der Entwicklungs-bzw. Anwendungsumgebung hat neben vielen Vorteilen wie z.B.

  • eine höhere Flexibilität in der Programmierung durch Texteditoren und Scriptsprachen
  • eine programm-und herstellerunabhängige HTML-Quelltexterstellung
  • eine kostengünstigere Softwarebeschaffung auch einige Nachteile.

So wird ein deutlich höherer Zeitaufwand benötigt um Anwendungen "per Hand" zu programmieren.Mit MS Fronpage (Graphik HTML-Editor)können z.B.nur mit einigen Mausklicken Internetanwendungen erstellt werden. Wesentlich mehr Zeit nimmt eine Programmierung mit einem HTML-Texteditor(HTML-Editor Phase 5) bei gleicher Anwendung in Anspruch.Weiterhin wird das Arbeiten mit der serverseitigen Scriptsprache PHP dadurch erschwert,dass es keine optimalen Editor- bzw. Kompilierungswerkzeuge gibt.Das im Projekt verwendete PHP-Editorprogramm (PHP-Coder) weist noch einige Fehler auf,die in den Nachfolgerversionen noch behoben werden müssen.

Die Datenbank

Es ist leider nicht möglich die Imagefinderdatenbank
als Internetbilddatenbank zu verwenden. Dies ist der Grund dafür,dass man sich für ein einfaches aber durchaus leistungsfähiges Datenbankmanagementprogramm entschieden hat. Microsoft Access ist relativ einfach zu bedienen, außerdem besteht die Möglichkeit über eine ODBC-Schnittstelle auf die Datenbanktabellen zuzugreifen. Die Konvertierung der Daten vom Imagefinder zu MS Access erweist sich jedoch schwieriger als vermutet. Ein direkter Export bzw. Import ist nicht möglich.Es musste eine andere Lösung gefunden werden.So können Daten aus dem Imagefinder im ASCII(Text)-Format gespeichert werden.Aus diesem Grund entwikkelten wir ein Makro für MS Excel. Dieses Makro konvertiert den Text in ein entsprechendes Tabellenformat. Die Programmiersprache VBA (Visual Basic for Application)erwies sich dabei als hilfreiches und relativ einfach zu bedienendes Werkzeug. Die entstandene Tabelle wird im Exceltabellen format gespeichert und danach in die Accessdatenbank überführt.




Abb.1:Ablauf der Datenbankkonvertierung



Was ist PHP?

"PHP (offiziell: "PHP:Hypertext Preprocessor")ist eine serverseitige,in HTML eingebettete Skriptsprache. Dieses Skript unterscheidet sich von einem CGI-Skript,das in einer Sprache wie Perl oder C geschrieben wurde; anstatt ein Programm mit vielen Anweisungen zur Ausgabe von HTML zu schreiben,wird ein HTML-Code mit eingebetteten Anweisungen geschrieben,um Anwendungen auszuführen.



Abb.2:Aufbau einer PHP Datei


Der PHP-Code steht zwischen speziellen Anfangs- und Schlusstags,mit denen ein Zurückwechseln in den PHP-Modus möglich ist. Was PHP von client-seitigen Sprachen wie Javascript unterscheidet,ist dass der Code vom Server ausgeführt wird."[4 ]

Der Apache Webserver

Der Apache Internet Server ist genau wie der Internetinformationsserver (IIS)ein Webserver. Im Laufe der Testphase zeigte der IIS kein stabiles Laufverhalten.Es kam und kommt häufig zu Fehlern und Abstürzen. Dies war ein Grund für das Auswechseln des Webservers.Ein weiterer Grund, den Server zu wechseln ist darin zu sehen,dass der IIS ein beliebtes und häufiges Angriffsziel von Hackern ist.Momentan arbeiten die beiden Server(IIS und Apache)parallel. Auf dem IIS befindet sich die alte Internetrecherchefunktion und auf dem Apache die neue, noch in der Testphase befindliche,Version. Der Besucher der Internetseite kann selbst entscheiden, welche Version er verwendet.

Das Lexikon

Ziel ist es das Deutsche Koloniallexikon, welches aus 3 Bänden besteht,in eine entsprechende digitale Form zu übertragen,so dass eine rechnergestützte Recherche möglich wird. Das Deutsche Koloniallexikon lag bei Ausbruch des 1.Weltkrieges zum größten Teil gedruckt vor, bzw.war bereits gesetzt.
Der erste Band sollte zu diesem Zeitpunkt erscheinen. Nach dem Krieg wurde das Lexikon ohne jede Veränderung veröffentlicht, da eine Neubearbeitung zu hohen Kosten und erneuten Verzögerungen geführt hätte. Das Lexikon wird inhaltlich nicht verändert,es wird lediglich in eine digitale Form übertragen. Das Koloniallexikon wurde bereits gescannt und liegt als Rasterformat (TIFF)vor. Dieses Format erlaubt jedoch nur eine geringe Recherchemöglichkeit und die Übertragung über ein Netzwerk bzw. über das Internet ist (bedingt durch die Dateigröße) nicht effektiv. Aus diesem Grund werden die Rasterdaten in ein Vektor- bzw.in ein Textformat übertragen. Dabei werden wir von zwei studentischen Hilfskräften unterstützt. Frau D.Turza und Frau A.Füssel arbeiten an der Raster-Vektorkonvertierung. Sie nutzen dabei das OCR-Texterkennungsprogramm OmniPagePro 9 von AccuSoft.Nachdem sie die Konvertierung durchgeführt haben,wird aus der Textdatei eine formatierte HTML-Datei. Hierbei kommt ebenfalls ein eigens entwickeltes VBA-Makro in Verbindung mit Microsoft Word zum Einsatz. Es bietet die Möglichkeit einfach und auf das Projekt zugeschnittene HTML-Seiten zu erstellen.



Abb.3: Oberfläche des HTML-Editor-Makros


Das Lexikon verfügt über mehrere Recherchemöglichkeiten. So kann der Nutzer entweder über die Selektion eines Buchstabens bzw.über die Eingabe eines Suchbegriffs zu einem entsprechenden Ergebnis gelangen.Bei der Entwicklung der Suchfunktionen wurde ebenfalls die Serverscriptsprache PHP verwendet.

Ausblick

Für die Zukunft sind noch weitere anspruchsvolle Projekte in Planung.Wir arbeiten an einer Lösung zur Umsetzung einer CD-Rom-Version für das Digitale Koloniale Bildarchiv. Für die Internetversion werden weitere Kartengrundlagen(für die Kartenrecherche)im SVG-Format eingebunden.Als eine Grund- lage hierfür soll die Diplomarbeit von Frau A. Gebauer Verwendung finden.

Quellen
[1] http://www.stub.bildarchiv-dkg.uni- f r a n k f u r t .d e /B i l d p r o j e k t /DF G-P r o j e k t / DFG-Projekt.htm
[2] http://www.stub.bildarchiv-dkg.uni- f r a n k f u r t .d e /B i l d p r o j e k t /DF G-P r o j e k t / DFG-Projekt.htm
[3] http://www.stub.bildarchiv-dkg.uni- frankfurt.de/Bildprojekt/bildsammlung/Bilds- Techn_Aspekte.htm#Digitale Archivierung
[4] http:://php3.de/manual/de/introduction.php




Anschrift des Autors:
Dipl.-Ing.(FH)Stephan Hempel
Hochschule für Technik und Wirtschaft
Dresden (FH)
Friedrich-List-Platz 1
D-01069 Dresden

Telefon:0351 /462 3161
e-mail:hempel@htw-dresden.de