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Die Deutsche Kolonialgesellschaft

Die Deutsche Kolonialgesellschaft (DKG)

Kolonialwirtschaftliches Komitee

Reichskolonialbund

 


















Die Deutsche Kolonialgesellschaft
Quellen: Meyers 1887, S. 985; Brockhaus 1902, Bd. 10, S. 498, 500;               Brockhaus 1941, Bd. 3, S. 686

Die Deutsche Kolonialgesellschaft (DKG) wurde 1887 durch den Zusammenschluß der Gesellschaft für Deutsche Kolonisation [Ansiedelung] (1884) mit dem Deutschen Kolonialverein (1882) gebildet. Diese Gesellschaft war mit ihren in- und ausländischen Abteilungen der größte und einflußreichste Interessenverband dieser Art im Deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik.

Ihre Aufgaben sah die DKG

  • in der Verbreiterung des nationalen Verständnisses und Interesses für die Kolonialfrage,
  • der praktischen Lösung kolonialer Fragen durch die Unterstützung deutsch-nationaler Kolonisationsunternehmen,
  • auf eine geeignete Verwertung der deutschen Auswanderung hinzuwirken,
  • und den Zusammenhang der Deutschen im Auslande zu erhalten.

Dazu kamen in der Folgezeit die wissenschaftliche Erforschung der Kolonien, die Erweiterung des deutschen Kolonialbesitzes sowie die Unterstützung des deutschen Flottenprogramms zur Sicherung der Kolonien.

Untergliederungen der DKG waren das Kolonialwirtschaftliche Komitee (1896), der Hauptverband deutscher Flottenvereine im Ausland (1898) und der Frauenbund der deutschen Kolonial- gesellschaft (1907).

Neben ihrer in großer Auflage erscheinenden Illustrierten Deutsche Kolonialzeitung wurden noch die Fachzeitblätter Zeitschrift für Kolonialrecht, Beiträge zur Kolonialpolitik und Kolonialwirtschaft sowie Der Tropenpflanzer herausgegeben, desweiteren zahlreiche populär-wissenschaftliche und wissenschaftliche Bücher.

Im Rahmen der nationalsozialistischen Gleichschaltung wurde die DKG 1936 mit ihren Sammlungen, Organen und Mitgliedern im Reichskolonialbund integriert. Dieser wurde 1943 aus kriegswirtschaftlichen Gründen aufgelöst.

 

 

 

 

DKG
Kolonial-
wirtschaftliches
Komitee
Reichs-
kolonialbund

Kolonialwirtschaftliches Komitee
Quelle: Deutsches Koloniallexikon Band II,   S. 346 ff

Kolonialwirtschaftliches Komitee, gemeinnützige Organisation zum Zweck der wirtschaftlichen Hebung der Schutzgebiete. Begründet 1896. Sitz in Berlin. Das Kolonialwirtschaftliches Komitee verfolgt insbesondere folgende Ziele:

  1. Förderung der Rohstoffproduktion in den Kolonien im Interesse der heimischen Industrie und Volksernährung;
  2. Steigerung des Absatzes heimischer Industrieerzeugnisse, namentlich von solchen der Maschinenindustrie in den Kolonien,
  3. Ausbau des Verkehrs mit und in den Kolonien, insbesondere des Eisenbahnnetzes;
  4. Förderung der Ansiedlung von Deutschen in den Schutzgebieten.

Seit seiner Begründung ist das Kolonialwirtschaftliches Komitee vielseitig anregend und organisatorisch tätig vorgegangen. Zahlreiche wissenschaftliche und wirtschaftliche Studienreisen von Fachmännern nach fremden Ländern sind auf Rechnung oder mit finanzieller Unterstützung des Kolonialwirtschaftliches Komitee ausgeführt worden, nicht minder zahlreiche wirtschaftliche Erkundungen und technische Vorarbeiten in den Kolonien selbst, die heimische Maschinenindustrie wurde von ihm mit Erfolg angeregt, sich der Herstellung spezieller, für die tropische Landwirtschaft gebrauchter Maschinen zu widmen. Auf persönliche Initiative seines Vorsitzenden Karl Supf hat das Kolonialwirtschaftliches Komitee im 1. Dezennium dieses Jahrhunderts die Einführung bzw. Ausbreitung der Baumwollkultur in den Schutzgebieten und sich hier in große Verdienste erworben. — Seit 1897 erscheint als Organ des Komitees die von den Vorstandsmitgliedern O. Warburg und F. Wohltmann herausgegebenen Zeitschrift für tropische Landwirtschaft. "Der Tropenpflanzer", die sich inzwischen eine führende Stellung unter den Fachzeitschriften gleicher Richtung erworben hat und auf allen Gebieten der kolonialen Landwirtschaft belehrend und anregend wirkt, die in zwangloser Folge erscheinenden "Beihefte zum Tropenpflanzer" bringen umfangreiche Themata und Reiseberichte. Ferner hat das Kolonialwirtschaftliches Komitee größere Einzelwerke auf kolonialwirtschaftlichem Gebiet herausgegeben und durch mannigfache populäre Schriften zur kolonialen Aufklärung und zur Belebung des kolonialen Gedankens in weiteren Kreisen beigetragen. Ebenso durch kolonialwirtschaftliche Ausstellungen. Ständige Kommissionen des Komitees für spezielle Fragen bestehen in der kolonialtechnischen Kommission, der Baumwollbau-Kommission und der Kautschukkommission. Die Verhandlungen dieser Kommissionen erscheinen in gesonderten Heften. Das im Jahre 1909 bei der Geschäftsstelle in Berlin eingerichtete "Kolonialwirtschaftliche Archiv" enthält und sammelt Auskunftsmaterial über Erwerbsgesellschaften in den Schutzgebieten. Zu Unterrichtszwecken gibt das Kolonialwirtschaftliche Komitee für höhere Schulen und Volksschulen eigens zusammengestellte Sammlungen kolonialer Rohstoffe ab. Endlich vermittelt es den Bezug von Saatgut und technische Gutachten über Rohstoffe und andere Erzeugnisse der Schutzgebiete. — Von der Behandlung kolonialpolitischer Fragen hält sich das Kolonialwirtschaftliches Komitee fern. Seit 1902 steht es unter dem Namen "Wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschaft" dieser Gesellschaft als beratende Instanz in wirtschaftlichen Fragen zur Seite.

 

 

DKG

Kolonial-
wirtschaftliches
Komitee
Reichs-
kolonialbund



Reichskolonialbund

Der 1936 als Nachfolger der zwangsaufgelösten Deutschen Kolonialgesellschaft (DKG) und einiger kleinerer Kolonial- vereinigungen als Gliederung der NSDAP gegründete Reichskolonialbund führte bis zur Einstellung seiner Tätigkeit auf direkten Führerbefehl 1943 die Kolonialagitation im national- sozialistischen Sinn fort. Die Bildsammlung „Reichskolonialbund“ im Bundesarchiv Koblenz mit 5.140 Papierabzügen deckt im wesentlichen den Zeitraum von etwa 1925 bis 1943 ab.

Quelle: Namibia Magazin 4/92, S.11