Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 1 f.

Aasinsekten. Die Aasfresser oder Nekrophagen, soweit sie zu den Insekten gehören, legen entweder ihre Eier äußerlich an Tierleichen ab, oder sie besitzen Grabbeine und suchen dann zur Eiablage unter die Leiche zu gelangen. Zu den ersteren gehören zahlreiche Fliegenarten, deren fußlose Larven, Maden genannt, ein Drüsensekret absondern, welches die benachbarten Teile der Leiche feucht und für die Larve genießbar erhält. Zu den letzteren gehören die Aaskäfer (Silphidae), vor allem die Totengräber (Necrophorus und Necrodes) usw. Suchen mehrere Totengräber auf sandigem Boden gleichzeitig ihre Eier in eine Tierleiche abzulegen, so wird diese oft völlig eingescharrt, "begraben". Daher der Name Totengräber. Von einer bewußten gemeinschaftlichen Arbeit kann dabei wohl kaum die Rede sein. Man kann mit Tierleichen, die man an recht verschiedenartigen Orten auslegt, in unseren Kolonien zahlreiches Kleingetier für unsere Museen fangen. Die kleinen Formen kann man mittels eines Selbstfängers zahlreich erbeuten, indem man ein Trinkglas

(s.nebenstehende Abb.)

in den Boden eingräbt, eine kleine Tierleiche (1) hineinlegt und eine Glasfliegenfalle (fl) darüber stellt. In die Falle tut man verdünnten Spiritus (sp) und schließt sie oben mit einem Kork (k). Um die Falle herum legt man eine ringförmige Erderhöhung (w) an, sonst kriechen die meisten Insekten an den Seiten wieder heraus. - A. gehen auch auf Blüten mit Aasgeruch, z.B. auf die fast kopfgroße erdständige Blüte, von Amorphophallus in Neuguinea und im Bismarckarchipel.

 

Dahl.