Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 2

Abdeckereien, Anstalten zum Wegschaffen gefallener Tiere und zur Verwertung der Kadaver, finden sich in den Schutzgebieten Afrikas und der Südsee noch nicht. Die Tierleichen werden dort abseits von den Wohnplätzen eingescharrt, die Haut oder sonstige verwertbare Teile behält der Eigentümer zurück. Ein Bedürfnis zur gesetzlichen Regelung des Abdeckereiwesens, wie sie in der Heimat erfolgt ist, hat sich daher nicht geltend gemacht. Nur die Vorschriften zur Bekämpfung der Viehseuchen enthalten zum Teil Bestimmungen über die Beseitigung der Kadaver seuchenkranker oder -verdächtiger Tiere. Sie sollen tief eingegraben werden, damit ein Wiederausscharren durch wilde Tiere unmöglich wird. (Vgl. Nr. 17 der Best. des Gouverneurs von Deutsch-Südwestafrika vom 24. Dez. 1901 - KolGG. 6, S. 441 sowie GouvV. Deutsch-Ostafrikas vom 27. Febr. 1909 - KolGG. 13, S. 120.) In Kiautschou ist auf dem Schlachthofe eine Kadaververnichtungsanlage eingerichtet. Gesetzlich geregelt ist jedoch das Abdeckereiwesen auch hier nicht. Gerstmeyer.