Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 8

Acker, P. Amandus, C. S. Sp., deutscher Provinzial der Väter vom hl. Geiste (s.d.) in Knechtsteden, geb. am 24. April 1848 in Weyersheim (Unterelsaß), trat 1867 in die Kongregation ein, wirkte 1875/94 im apostolischer Vikariat Bagamojo (Deutsch-Ostatrika) als Missionar, Superior in Sansibar und Missionsprokurator der ganzen Mission. Eng befreundet mit Dr. Peters, Eugen Wolf, Major v. Wissmann (s. die betr. Art.) u. a. m., stand er gleich seinen Mitbrüdern diesen Pionieren der schwierigen Anfänge unserer Kolonialära seit 1884 getreu mit Rat und Tat zur Seite. In Anerkennung dieser Verdienste wurde auf seine Anregung hin im Jahre 1894 seine Genossenschaft in Deutschland wieder zugelassen zum Zwecke der Heranbildung von Missionaren für die deutschen Schutzgebiete. Als Leiter der deutschen Provinz gründete er eine Reihe von Missionshäusern, 1895 Knechtsteden (s.d.) bei Köln, 1900 Zabern i. Els., 1904 Neuscheuern bei Saargemünd, 1905 Broich bei Aachen. In Kolonialkreisen ist er wohlbekannt durch die zahlreichen Vorträge, die er seit 1894 in den meisten Städten Deutschlands, besonders über die Notwendigkeit der Kolonien für das Deutsche Reich, in und außer der Deutschen Kolonialgesellschaft (s.d.) gehalten hat, und durch mehrere Aufsätze (z. B. im "Jahrbuch über die deutschen Kolonien", 1909: Die Aufgabe der katholischen Mission in den Kolonien; 1910: Die soziale und wirtschaftliche Tätigkeit der katholischen Mission; 1911: Der Islam und die Kolonisierung Afrikas).