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Afrikaaner oder Afrikaner, Name
einer
berühmten Häuptlingsfamilie der Hottentotten
(s.d.), Deutsch-Südwestafrika; er wurde, wie dies in diesem Volke
häufiger
vorkommt, später für den ganzen Stamm gebraucht. Die A. stammen, wie ein
nicht geringer Teil der hottentottischen Führer der späteren Zeit und
ihrer Leute, aus der Kapkolonie. Der erste, der den Namen zur Familien-
und Stammesbezeichnung erhob, war Jager, der mit seinen Anhängern sich
durch die Flucht den Bedrückungen durch die Buren entzog und schließlich im Gebiet des
Oranjeflusses
ein Räuber- und Kriegerleben führte. Dort gelang britischen Missionaren
die Bekehrung des ganzen Stammes zum Christentum. Mit dem Tode Jagers
im Jahre 1823 begann die Glanzperiode des A.volkes, die zugleich die
letzte
größere Hottentotteneinwanderung von Süden her in das Gebiet von Südwestafrika bedeutete. Sein Sohn und
Nachfolger
Jonker A. zog zur Unterstützung der Roten Nation gegen die vordringenden
Ovaherero nach Norden. Ihm gelang
schließlich
die Unterwerfung nicht allein der Herero (s.d.), sondern auch der sämtlichen Hottentotten im heutigen Schutzgebiet, so daß
dieser kühne Häuptling in der Tat schließlich der Herr des ganzen Landes
bis hinauf zum Gebiet der Ovambo (s.d.)
im äußersten Norden war. Man hat ihn, der sich durch außerordentliche
Begabung auszeichnete, nicht mit Unrecht den größten Eingeborenen von
Südafrika genannt. Nach seinem 1861 erfolgten Tode ging die Herrschaft
über den Stamm, der schon unter Jonker im Gebiet von Eikhams,
dem heutigen Windhuk, sich niedergelassen hatte, auf Jan Jonker
A. über, der später von den wilden Gegenden am Gansberge aus die
Ovaherero
in Gemeinschaft mit den Witbois (s.d.) bekämpfte, nachdem es ihnen im
Beginn der sechziger Jahre gelungen war, sich von der drückenden
Herrschaft
der Hottentotten zu befreien. Überhaupt verlor Jan Jonker, weit
schwächer
als sein Vorgänger, nach und nach an Ansehen, und als er, aus den
eroberten
Sitzen seines Stammes verdrängt, im August 1889 ein Gefecht
gegen die von Hendrik (s. Witboi) geführten Witbois in der Nähe von Tsaobis verloren hatte, wurde er während der einem
Waffenstillstande geltenden Verhandlungen auf nicht ganz aufgeklärte
Weise
meuchlings erschossen. Der erst so gefürchtete Stamm, dessen letzte
kümmerliche
Reste im Südosten des Schutzgebietes Unterkunft gefunden hatten, sollte
noch einmal von sich reden machen. Im Jahre 1897 erhoben sie sich,
wurden
aber mit Hilfe anderer Namastämme in einem Gefecht in der Gamsibschlucht
zersprengt und, nachdem sie auf englisches Gebiet übergetreten, dann
aber
an die deutsche Regierung ausgeliefert waren, kriegsrechtlich
erschossen.
Damit war der größte Teil der schon durch die früheren Kämpfe stark
verringerten
A.hottentotten endgültig vom Erdboden verschwunden.
Literatur: H. Schinz, Deutsch-Südwestafrika. Lpz. 1891.
- K. Schwabe, Mit Pflug und Schwert in
Deutsch- Südwestafrika. Berl. 1899. - Ders., Im deutschen
Diamantenlande.
Berl. 1910.
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