Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 23

Afterspinnen. Als A., Weberknechte oder Kanker (wissenschaftlicher Name: Phalangiden) bezeichnet man Spinnentiere (s.d.), die bei ihrer nächtlichen Suche nach Nahrung sich besonders ihrer Tastwerkzeuge bedienen und deren zweites Beinpaar deshalb stets tasterartig verlängert ist. Sie nähren sich besonders von Insektenleichen. Viele sind sehr langbeinig und können darum eine große Fläche leicht abtasten. Es gehört dahin die Gattung Gagrella, von welcher einige Arten in Neuguinea vorkommen. Andere sind kurzbeinig und leben unter Steinen. Zu letzteren kann man auch eine interessante Spinnentiergattung (Chryptostemma; s. Tafel 191/92, Abb. 16) rechnen, die sich durch das vollkommene Fehlen der Augen und durch andere eigenartige Charaktere auszeichnet. Sie wird im tropischen Westafrika, z.B. in Kamerun und Togo, gefunden und wird für eine nahe Verwandte ausgestorbener Spinnentiere gehalten.

Dahl.