Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 23

Agamen (Agamidae), artenreiche, über Südeuropa, Afrika, Südasien und Australien verbreitete Familie der Echsen. Die echten A. sind mittelgroße Eidechsen von ziemlich kräftigem Körperbau, mit kurzem, vorn stark abschüssigen Kopfe, langem, nicht zerbrechlichen Schwanze und schlanken, kräftigen Gliedmaßen. Zu ihnen gehört die prachtvoll gefärbte, in Äquatorialafrika weitverbreitete Siedleragame (Agama colonorum), ausgezeichnet durch ihren lebhaften Farbenwechsel. Sie hält sich mit Vorliebe in der Nähe menschlicher Wohnstätten auf. Weitere sehr häufige Arten sind die ost- und südafrikanische, felsenbewohnende, äußerst scheue und schnelle Plattkopfagame (Agama planiceps [s. farbige Tafel Tropische Echsen, Abb. 1]), und die in zahlreichen Unterarten in Südwestafrika heimische Wüstenagame (Agama hispida). Zu den A. im weiteren Sinne rechnet ferner der Flugdrache (Draco volans) der Sundainseln, dessen stark verlängerte Rippen eine Flughaut ausspannen und das Tier so befähigen, Gleitflüge von beträchtlicher Weite auszuführen. Eine australische Agame ist die Kragenechse (Chlamydosaurus Kingi), eine meterlange Echse mit großem, aufrichtbaren Halskragen, ausgezeichnet durch die Fähigkeit, streckenweise auf den Hinterbeinen laufen zu können. Gleichfalls australisch ist der höchst abenteuerlich gestaltete, über und über mit Stacheln bedeckte Moloch (Moloch horridus), ein ausgesprochenes Wüstentier.

Sternfeld-Tornier.