Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 25

Agu, Gebirgsmassiv in Togo, welches dem zentralen Togogebirge östlich vorgelagert ist. Seine höchste Erhebung, der Kleie, erreicht eine Höhe von 1025 m und ist die höchste bisher bekannte Erhebung Togos (Karte "Landschaften um den Agu" 1: 50000 in Mitt. a.d.d. Schutzgeb. 1910). Das A.gebiet ist fruchtbar und ziemlich reich an Niederschlägen. Die jährlichen Niederschlagsmengen betragen in der Landschaft Tafië 1353 mm (Mittel aus 10 Beobachtungsjahren), in der Landschaft Njangbó 1493 mm (Mittel aus 6 Beobachtungsjahren). Das A.gebiet ist ziemlich dicht von Eingeborenen besiedelt. Die Norddeutsche Missionsgesellschaft unterhält bei Dalawe in der Landschaft Njangbó eine von Europäern besetzte Hauptstation. Am A. liegt das von der A.pflanzungsgesellschaft (D.K.G.) bearbeitete Gebiet. Die Hauptpflanzung befindet sich in der Landschaft Tafië; dort hat die Gesellschaft auch eine Aufbereitungsanlage für Ölpalmprodukte in Betrieb; ein Vorwerk befindet sich in der Landschaft Njangbó (s. auch Togo, 11. Europäische Unternehmungen). Die Inlandbahn Lome-Palime geht hart am A. vorbei. Bei Kilometer 105 der genannten Bahn liegt die für das A.gebiet geschaffene Haltestelle 2 km vom Ort Avhegame (s.d.) entfernt, nach dem sie früher benannt war. Sie heißt seit 1912 A. Bei der Haltestelle A. befindet sich eine gleichfalls A. benannte Post- und Telegraphenanstalt. Der früher unmittelbar beim Orte Avhegame gelegene Marktplatz ist seit 1. Januar 1913 in die Nähe der Haltestelle A. verlegt worden. Auf den Gipfelpartien des A. kommt nach Dr. Koert Aluminium bzw. Tonerde als Bauxit in größerer Verbreitung vor. - Der A. spielt in den Volkssagen eine bedeutende Rolle. Nach dem Glauben der Ewe-völker nimmt der Verstorbene, soweit er den Inlandstämmen angehört, bei der Reise in die Unterwelt seinen Weg über den A.-Berg.

v. Zech.