Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 26

Ahnentafel .

Da jeder Mensch 2 Eltern, 4 Großeltern, 8 Urgroßeltern, 16 Alteltern usw. besitzt, die man als Ahnen zusammenfaßt, so steht das Schema der A. unverrückbar fest:

Die A. weist alle Individuen nach, deren Erbmasse theoretisch in ein bestimmtes Individuum (p) und seine Geschwister gelangt sein kann. Sie bildet für genealogische Forschungen die notwendige Ergänzung der Stammtafel (s.d.) und ist unentbehrlich für soziologische und biologische Untersuchungen, da sie allein alle für die Entwicklung eines Individuums in Betracht kommenden Vorfahren enthält und erst mit dem Aufhören der Überlieferung ihre Ende finden kann. Theoretisch ergibt sich als Zahl für die Ahnen in jeder folgenden Generation die Verdoppelung der Ahnenzahl der vorausgegangenen. Finden in einer Familie Verwandtenheiraten statt, so ergibt sich die Tatsache, daß ein und dasselbe Elternpaar zwei- oder mehrmal in der A. aufgeführt werden muß. Der theoretischen Zahl entspricht also nicht die Zahl der tatsächlich nachgewiesenen verschiedenen Personen; man spricht dann von "Ahnenverlust". Die A. Kaiser Wilhelms II. zeigt, z.B. folgenden Ahnenverlust:

Literatur: O. Lorenz, Lehrbuch der gesamten wissenschaftlichen Genealogie. Berl. 1898.

Thilenius.