Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 26

Ainhum ist der Eingeborenenname für eine charakteristische Erkrankung der Zehen, die besonders häufig bei westafrikanischen Negern, seltener in anderen Gebieten Afrikas, aber vereinzelt auch in Ostasien und Südamerika vorkommt. In Kamerun ist sie sehr oft zu beobachten. Es handelt sich um eine meist die kleine Zehe befallende Entzündung, die von der Furche zwischen dem letzten und vorletzten Gliede ausgeht. Das letztere wird dann zu einem kugeligen Gebilde, das durch Fortschreiten der Entzündung der Furche, die zu einer ringförmigen Einschnürung führt, allmählich gänzlich abgeschnürt werden kann, wonach der Prozeß - also nach Verlust dieses Gliedes - abheilt. Die Ursache ist nicht näher bekannt, scheint aber keine spezifische zu sein.

Literatur: Mense, Handb. d. Tropenkrankheiten, J. A. Barth, Leipzig.

Martin Mayer.