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Akazien (s. Tafel
47, 62). Der Familie der Hülsenfrüchtler oder Leguminosen
angehörig, zählen die A. in der gesamten alten Welt zu den
charakteristischsten
Vertretern einer typischen Steppenflora. Es sind teils Bäume, sehr
häufig
mit ausgesprochener Schirmkrone, teils Sträucher, gelegentlich auch
Kletterpflanzen,
die waldartige Bestände anderer Holzgewächse zu fast undurchdringlichen
Dickichten gestalten können. Den meisten sind gefiederte Blätter eigen;
nur unter den australischen Arten stoßen wir auf solche, die scheinbar
ungefiederte Blätter besitzen. In Wahrheit sind diese letzteren
umgewandelte
Blattstiele; die Blattspreite gelangt bei ihnen gar nicht oder nur in
Ausnahmefällen, zur Ausbildung. Die weißen oder gelben, mit 10 freien
Staubgefäßen und einem Fruchtknoten versehenen, radiär nach der 5-Zahl
gebauten Blüten der A. sind an sich unscheinbar, werden aber dadurch
auffällig,
daß sie sich zu kugligen Köpfen oder bis handlangen Trauben dicht
zusammendrängen.
Die botanisch wichtigsten Unterschiede der mehrere Hundert umfassenden
Arten bieten die als Hülsen zu bezeichnenden, aus einem Fruchtblatt
hervorgegangenen,
aber mit 2 Klappen aufspringenden Früchte dar. Sie sind sehr verschieden
breit und lang, bald holzig oder pergamentartig, bald sichelartig oder
bis zu einem Kreise gekrümmt. Die afrikanischen Arten haben an den
Zweigen
meist paarig gestellte entweder aus der Umbildung von Nebenblättern
hervorgegangene
nagel- bis fingerlange Dornen oder stachlige Emergenzen, die später,
wenn
die Zweige der erwachsenen Bäume dem Fraß weidender Tiere entzogen sind,
sich verlieren können. Die Dornen mancher strauchartigen Formen werden
gelegentlich durch den Stich eines Insekts zu bald spindelförmigen, bald
am Grunde blasig aufgetriebenen Gallen umgebildet, die später, wenn das Insekt
ausgeschlüpft
ist, von Ameisen bewohnt werden (Flötenakazien).
- Von den deutschen Kolonien birgt die zahlreichsten Arten Ostafrika, nicht viel weniger Südwestafrika; aus Togo sind deren 9 bekannt, die wohl alle auch in Kamerun, besonders in Adamaua, vorkommen. Einige, so die durch kreisrunde
Hülsen ausgezeichnete Acacia albida, fehlen in keinem dieser Schutzgebiete, andere sind auf Ostafrika (A.
Brosigii, Stuhlmannii, usambarensis) oder auf Südwestafrika beschränkt
(s. Giraffenakazie). - Die Stämme mancher A.
geben
gutes Bauholz (A. Brosigii), wichtigere Nutzpflanzen sind indessen diejenigen, welche
das Gummi arabicum, (s.d. n. Tafel 62) liefern.
Die Rinde sehr vieler ist gerbstoffreich. Die Hülsen der Acacia arabica
werden als Gerbmaterial (Gambia pods) exportiert (s. Gerberakazien).
Literatur: Harms, Einige wichtigere A. des trop. Afr. Notizbl. des
Kgl.
Bot. Gartens u. Mus. zu Berlin Nr. 37, 1906.
Volkens. |