Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 35

Allgemeiner Evangelisch-Protestantischer Missionsverein. 1884 begründet (Zentralbureau: Berlin SW 29, Mittenwalderstr. 42), verfolgt er den Zweck: "christliche Religion und Kultur unter den nichtchristlichen Völkern auszubreiten in Anknüpfung an die bei diesen schon vorhandenen Wahrheitselemente". Unter den Mitteln zur Lösung seiner Aufgabe nennt er "die Förderung des Studiums der nichtchristlichen Religionen; die Anbahnung einer regeren Diskussion der religiösen Ideen zwischen der Christenheit und der nichtchristlichen Welt, insbesondere den heidnischen Kulturvölkern; die Förderung allgemeiner Kulturbestrebungen in der außerchristlichen Welt (Kolonisation, Erd- und Völkerkunde u. dgl.) und Pflege des christlichen Sinnes in den in derselben lebenden Glaubensgenossen". Seiner Absicht nach eine Vereinigung von Missionsfreunden aller Richtungen, hat er tatsächlich die seine Unternehmungen stützenden Freunde in den kirchlich liberalen Kreisen Deutschlands und der Schweiz gefunden. In Japan seit 1885 als einzige deutsche Evangelische Missionsgesellschaft tätig, hat der Verein 1898 seine Arbeit auch auf Kiautschou ausgedehnt (s. Mission 2 k). In seinem Dienst stand der durch seine umfangreichen literarischen Arbeiten bekannte Missionar Dr. Faber (gest. 1899). S. Missionszeitschriften; Christen, eingeborene.

Literatur: 28. Jahresbericht über das Jahr 1911. Heidelberg 1912. - Witte, Die Arbeit des Allg. Evang.-prot. Missionsvereins: Allgem. Missions- Zeitschr. XL, 1913, S. 58 ff, 108 ff.

Mirbt.