Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 36

Aloehanffaser. Die sogenannten Fasern stammen von einer den Agaven nahe verwandten Pflanze, Fourcroya gigantea, die ebenfalls in Mittelamerika zuhause ist und deren Faser meist Mauritiushanf genannt wird. Mit der Gattung Aloe hat der Hanf nichts zu tun. Die irrtümliche Benennung ist der französischen Bezeichnung für Agaven und agavenähnliche Fasern entlehnt. Die Foureroya hat die Tracht der Agaven. Die Blätter sind satter grün und nicht ganz so fleischig. Die ersten Hanfkulturen in Ostafrika waren Mauritiushanf. Man ist jedoch bald zur Sisalagave übergegangen, so daß jetzt nennenswerte Anpflanzungen nicht mehr vorhanden sind. Auch in Kamerun finden sich vereinzelt kleine Kulturen des Mauritiushanfes. Die Kultur und Aufbereitung gleicht der des Sisalhanfes (s.d.).

Voigt.