Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 38

Ambasbucht, Bucht am Südfuß des Kamerunberges (in Kamerun) westlich vom Kamerunästuar, in der großen Bucht von Biafra. Sie wird im Süden durch Kap Nachtigal auf der Affenhalbinsel, im Westen durch die Pirateninseln begrenzt. Vor der Bucht liegen die beiden kleinen Felseninseln Ambas und Mandoleh, die sich bis 100 m Höhe erheben. Aus der kreisförmigen Umrahmung durch ziemlich gleichhohe Berge und aus den Tiefenverhältnissen könnte man schließen, daß die A. einen Krater darstellt, dessen Westrand zum größten Teil von der Brandung zerstört ist, so daß nur die beiden Inseln stehen blieben. Die größte Tiefe ist 14 m, die Einfahrten zwischen den Inseln 3 und 8 m tief. Die A. bietet also einen vorzüglichen, sicheren Hafen. Die Ufer sind sehr steil, nur im Hintergrund hat der Limbebach, vom Kamerunberg kommend, seine Sedimente abgelagert. Immerhin können die größten Schiffe bei Flut unmittelbar an der Landungsbrücke von Victoria anlegen. Victoria ist denn auch nächst Duala der beste Hafen von Kamerun. Westlich davon liegt Kakaohafen, der durch eine Bahn mit den Kakaoplantagen am Fuß des Kamerunberges verbunden ist.

Passarge-Rathjens.