Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 42

American Board. Der A.B. of Commissioners for Foreign Missions, oft kurz der "Board" genannt, oder von seiner Zentralstelle (Boston, Mass., Congregational House, 14 Beacon Street) als die Bostoner Mission bezeichnet, wurde 1810 gestiftet und ist gegenwärtig die größte amerikanische Missionsgesellschaft. Seine Arbeitsfelder sind: Indien (seit 1813), China (1830), Japan (1869), Mikronesien (1852), Philippinen (1903), Südafrika (1835), Orient (1823). Die Gesellschaft ruht auf kongregationalistischer Grundlage. Unter seinem bedeutenden Leiter Rufus Anderson (1832-1866) gelangten folgende missionsmethodische Grundsätze zur Annahme: 1. Erziehung der Eingeborenengemeinden zur Aufbringung der Mittel für Kirche und Schule (Self supporting); 2. Recht der heidenchristlichen Gemeinden, sich selbst zu leiten (Self governing); 3. Pflicht dieser Gemeinden, an der Weiterverbreitung des Christentums mitzuarbeiten (Self propagating). Durch diese Erziehung zur Selbständigkeit hat der A. B. große Erfolge erzielt (z. B. betrugen die native contributions im Jahre 1910/11 275401 Doll.), aber er hat auch die nachteiligen Folgen der verfrühten Selbständigkeitserklärung von Eingeborenengemeinden (z.B. in Hawaii) tragen müssen. Seine Arbeit auf den Karolinen (seit 1852) hat der A. B. nach deren Übergang in deutschen Besitz 1899 mehr und mehr eingeschränkt und an den deutschen Jugendbund für entschiedenes Christentum (s.d.) in Verbindung mit der Liebenzeller Mission (s.d.) abgegeben. Gegenwärtig hat er noch eine Mädchenschule auf der Insel Kusaie. In der Gruppe der Marshallinseln unterhält er Stationen auf den Inseln Majero und Nauru. S. Mission 2; Missionszeitschriften; Christen, eingeborene.

Literatur: W. E. Strong, The Story of the American Board. Boston 1910. - One hundred and first annual report. Boston 1911.

Mirbt.