Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 48

Amtstracht. Die A. (Uniformen, s.d.) der Kolonialbeamten wird durch Ksl. V. bestimmt (§ 1 KolBG.; § 17 ReichsBG.). In Ermanglung solcher Bestimmungen ist der RK. ermächtigt, in dem durch das dienstliche Bedürfnis gebotenen Umfange die Uniform festzusetzen (§ 4 der Ksl. V. vom 3. Okt. 1910, RGBl. S. 1091 z. Ausf. d. KolBG.). Über die Uniformen der Kolonialbeamten sind ergangen die Ksl. Orders vom 24. Febr. 1886 und 4. Febr. 1888 (KolBl. 1890 S. 1, s.a. S. 101) für die drei westafrikanischen Schutzgebiete und der Allerh. Erl. vom 3. Juni 1891 (KolBl. S. 270) für Ostafrika. Nach einem Gouvernementsbefehl des Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika vom 7. Juni 1896 (KolBl. S. 551) wird von den Zivilbeamten ein Uniformtragen im allgemeinen nicht gefordert. Das Anlegen einer A. ist fast völlig außer Übung gekommen, und nur die Bezirksamtmänner und Zollbeamten in Ostafrika pflegen auf Dienstreisen und bei Abhaltung von Gerichtssitzungen (Schauris) bzw. im Zollabfertigungsdienst Amtsabzeichen (Achselstücke usw.) anzulegen. Über die Tropenuniform der zur Dienstleistung oder Wahrnehmung von Beamtenstellen nach den Schutzgebieten abkommandierten oder beurlaubten aktiven Offiziere erging eine Allerh. Order vom 30. Aug. 1912 (KolBl. S. 925). Für die Polizeiwachtmeister in Ostafrika besteht eine Uniformvorschrift, die mit einigen Abänderungen vor einiger Zeit auch auf die Unterbeamten in Neuguinea ausgedehnt worden ist. Für Kamerun und Togo s. Verf. des RK. v. 8. Mai 1913, KolBl. S. 301. Die Bekleidungsvorschrift für die berittene Landespolizei in Südwestafrika ist im KolBl. 1908 S. 11 abgedruckt. Über die Uniformen der Gouverneure ist unter dem 23. Sept. 1910 eine Allerh. Order ergangen (KolBl. S. 915 ff).

v. König.