Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 52

Angaur, gehobene Koralleninsel der Palauinseln (s.d. u. Tafel 157) unter 6° 54' n. Br. und 134° 11' ö. L. mit reichen, von der Deutschen Südseephosphat- Aktiengesellschaft in Abbau genommenen Phosphatlagern und funkentelegraphischer Verbindung mit Jap. Die vorhandene Phosphatmenge wird auf 2 1/2 Millionen Tonnen geschätzt. Auf A. befindet sich auch eine Ksl. Regierungsstation, die die Geschäfte der Lokalverwaltung auf dieser Insel besorgt. Die Zahl der auf A. einheimischen Eingeborenen wird auf etwa 150 geschätzt. Europäische Unternehmungen außer der Deutschen Südseephosphat- Aktiengesellschaft finden sich auf A. nicht. Die Ansiedlung Weißer beschränkt sich auf die Angestellten der Gesellschaft und auf den Regierungsvertreter. A. ist Postanstalt und wird achtwöchentlich von den Dampfern der Austral- Hongkong- Linie des Norddeutschen Lloyd angelaufen. Auch hat die Insel durch die allerdings unregelmäßig verkehrenden Phosphatdampfer Verbindung mit der Außenwelt. Missionsstationen befinden sich auf der Insel nicht.