Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 52

Angelfischerei, der Fang von Fischen mit der Angel, einem meist aus Stahldraht bestehenden, mit Spitze und Widerhaken versehenen Haken, der an einer Leine im Wasser ausgelegt oder durchs Wasser geschleppt wird. Dieser Haken wird meistens, aber nicht immer, mit einem Köder versehen. Die gewerbsmäßige A., die in europäischen Gewässern eine große Rolle spielt, erfolgt entweder mit Handleinen (Pülken), bei denen an jeder Leine nur ein Haken sitzt, oder mit Langleinen, bei welchen an einer langen, am Meeresboden ausgelegten Leine an sog. Vorfächern hunderte von Haken befestigt sind oder mit Schleppangeln, die vom fischenden Fahrzeug durch das Wasser gezogen werden. Mit Handleinen werden hauptsächlich Kabeljau, an Langleinen Kabeljau, Schellfisch, Heilbutt, an Schleppangeln Makrelen gefangen. Als Köder dienen kleine Heringe, Würmer (Sandwurm, Arenicola piscatorum), Muscheln (Sandmuschel, Mya arenaria), bei der Makrelenfischerei ein kleines Stück Makrelenhaut. Der Sportangler fischt meistens mit einer Angelrute, an der sich Schnur und Haken befinden; als Köder werden Würmer, Brot, Käse, gekochte Kartoffeln, bei der A. auf Forellen und Lachse natürliche oder künstliche Fliegen verwendet. Die A. wird in den deutschen afrikanischen Kolonien bisher wenig angewendet. Es ist wahrscheinlich, daß sich namentlich mit der Langleinenfischerei an den Küsten sehr große Erfolge erzielen lassen. S. a. Fischerei.

Lübbert.