Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 52 f.

Angoraziege (Hircus aegagrus angorensis), ursprünglich in Kleinasien beheimatete Ziege, die 1838 nach dem Caledondistrikt in der Kapkolonie eingeführt wurde, wo sie sich gut akklimatisierte und ihre Zucht eine hohe Stufe erreichte. Von hier wurde die A. 1891 vom Farmer Hermann nach Deutsch- Südwestafrika eingeführt, dessen trockenes Klima ihr zusagt. Die Ziege ist rein weiß, von gedrungenem Körperbau, die Hörner sind bei der Ziege klein, beim Bock leicht spiralig gewunden, nach rückwärts und stark seitwärts gerichtet (s. Tafel 3). Die Ziege bringt in der Regel nur ein Lamm. Die wirtschaftliche Nutzung liegt vor allem in der Gewinnung des Haares, Mohair (s.d.) genannt. Die Ziegen werden alle 6 Monate geschoren, das Schurgewicht beträgt 2-2 1/2 Pfund. Bei guten Tieren soll das ausgewachsene Winterhaar den Boden berühren und die Beine bis auf die Klauen verbergen.

Neumann.