Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 53

Anjang, ein Bantustamm der Bakundugruppe (s. Bakundu) in Kamerun, der im oberen Tal des Kreuzflusses, nordöstlich von Ossidinge sitzt. Er ist nahe verwandt mit den Banjang (s.d.), die östlich von ihm, im ganzen Quellgebiet desselben Flusses, wohnen. Mansfeld schätzt die Zahl der A. auf 3000, wovon 1000 Weiber sind. Der Stamm treibt hauptsächlich Ackerbau, wie auch die umwohnenden Stämme, und daneben wie die westlichen Nachbarn, die Boki (s.d.), ein Sudanstamm, in größerem Maße Fischfang. Sie vermitteln den Viehverkehr an die Banjang, die die eigentlichen Viehhändler des Ossidingetieflandes sind, aus Biteku, wo das Grasland beginnt. In ihrem Gebiete wurde 1904 Graf Pückler ermordet, seit Ende 1904 herrscht aber völlig Ruhe. Der Stamm gehört zum Bezirke Ossidinge.

Literatur: Mansfeld, Urwalddokumente. Berl. 1908. Passarge-Rathjens.