Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 53 f.

Anjanga, Landschaft in Togo, zwischen dem Togogebirge und dem Monufluß. A. gehört teils dem Verwaltungsbezirk Sokode, teils dem von Kete-Kratschi an; der südlichste Teil von A. untersteht dem Verwaltungsbezirk Atakpame. Die Hauptplätze von A. sind: Agbandi (Bez. Atakpame), Blita, Dofoli (Bez. Sokode), Anamanje und Pagalá (Bez. Kete- Kratschi). Die Eingeborenen gehören den Guang-Völkern (s.d.) an, sind aber stark von Einflüssen der benachbarten Ewe und Tim durchsetzt. Ein gemeinsames Stammesoberhaupt besitzen die A. nicht. Der Oberhäuptling von Tschaudjo (s.d.) hat etwa l890 den nördlichen Teil von A. durch einen Kriegszug unterworfen. Jener Kriegszug war wahrscheinlich auch die Veranlassung, daß ein Teil der A.bevölkerung seine ursprünglich zwischen Agbandi und Blita gelegenen Wohnsitze nach Westen und zwar nach Anamanje und Pagalá verlegte. Die A.-Leute sind Heiden. Das Verspinnen und Verweben der einheimischen Baumwolle ist ihnen bekannt; sie üben das Färben von Garnen und Tüchern als Hausindustrie aus. S. Tafel 4. - Bei Agbandi wurde das Vorkommen von Gold festgestellt; Untersuchungen an 6 goldführenden Quarzgängen ergaben kein positives Ergebnis hinsichtlich Bauwürdigkeit; doch scheint das Gebiet östlich und nordöstlich von Agbandi für weiteres Prospektieren aussichtsreich zu sein. Über das Vorkommen von Gold in A. Dr. W. Koert, Über Goldvorkommen im östlichen Togo, Mitt. a.d.d. Schutzgeb., 1910, S. 57.

v. Zech.