Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 54 ff.

Ankylostomum duodenale. Der Erreger der Wurmkrankheit (Ankylostomiasis, auf Suaheli: Safura) ist ein ca. 1 cm langer Wurm; das Weibchen ist etwas länger (12-13 mm) und auch dicker als das Männchen (s. Tafel 2). Man kann die Geschlechter an dem hinteren Körperende erkennen, das beim Weibchen stumpf konisch gestaltet ist, während es beim Männchen ein fächerartiges Gebilde darstellt, das bei der Begattung zum Festhalten auf dem Weibchen dient. Die Farbe der lebenden Würmer ist blaß fleischrot, die toten sind grau-weißlich. Außer A. d. parasitiert im Menschen noch ein ihm sehr ähnlicher Wurm, der Necator americanus; die Würmer unterscheiden sich hauptsächlich dadurch, daß die große, becherartige Mundöffnung, die beiden gemeinsam ist, bei A. d. oben 4 Haken trägt, bei Necator an deren Stelle nur 2 schneidende Platten besitzt. Da bei beiden Wurmarten die Übertragung auf den Menschen und die durch ihren Parasitismus hervorgerufenen Krankheitserscheinungen dieselben sind, gilt alles im folgenden vom A. d. gesagte auch für Necator. Necator ist übrigens keineswegs, wie der Name anzudeuten scheint, auf Amerika beschränkt, sondern kommt auch in Afrika, Asien und in der Südsee vor, stellenweise als einzige Form, in anderen Gegenden mit A. d. zusammen. Das Verbreitungsgebiet der Würmer ist ein sehr großes, und man hat damit fast in sämtlichen tropischen und subtropischen Gegenden zu rechnen; recht stark verseucht sind große Abschnitte Deutsch-Ostafrikas, ebenso von Togo und Kamerun und viele der deutschen Südseeinseln. Auch in Deutschland und den Nachbarländern kommt A. vor und hat vor einigen Jahren als Erreger der "Grubenwurmkrankheit" der Kohlenbergleute viel von sich reden gemacht, jedoch ist die Krankheit in den deutschen Gruben durch zweckmäßige Bekämpfungsmaßnahmen (s. weiter unten) jetzt so gut wie beseitigt; "über Tag" infiziert man sich in Deutschland nicht (höchstens gelegentlich einmal ein Ziegeleiarbeiter), denn nur in der feuchtwarmen Atmosphäre mancher Kohlengruben - gewissermaßen einem künstlichen Tropenklima - findet der Wurm bei uns die seiner Verbreitung günstigen Bedingungen, was mit der Entwicklung seiner jüngsten Stadien zusammenhängt, über die folgendes zu bemerken ist: Die im Darm des Menschen gemeinsam mit den Männchen lebenden A.weibchen produzieren eine große Menge Eier, die mit dem Kote ins Freie gelangen. Die Eier, die mikroskopisch klein sind, haben eine für die Wurmart charakteristische Gestalt, so daß der Arzt durch den Nachweis der Eier im Kot die Diagnose auf das Vorhandensein von A. im Darm stellen kann. Bei genügender Wärme und Feuchtigkeit, Bedingungen, wie sie ein feuchtes Tropenklima bietet, tritt eine Weiterentwicklung der Eier ein; jedoch ist hierzu auch Luftzutritt notwendig, und daher findet die Entwicklung zwar am feuchten Boden, jedoch nicht unter Wasser statt. Unter den oben genannten Bedingungen schlüpfen aus den Eiern nach etwa 24 Stunden mikroskopisch kleine, schlangenähnliche Würmchen aus, die innerhalb 5 Tagen oder etwas längerer Zeit ihre volle Reife, soweit diese außerhalb des Menschen überhaupt erlangt wird, erreicht haben. Diese reifen und damit infektionsfähigen Larven sind auch noch mikroskopisch klein und stecken in einer Schutzhülle, einer abgestreiften Larvenhaut. Die Infektion des Menschen geschieht, wie Looss entdeckt hat, gewöhnlich dadurch, daß die reifen Larven sich durch die gesunde Haut des Menschen hindurch in dessen Körper einbohren; Gelegenheit hierzu ist geboten, wenn man mit bloßen Füßen über infizierten Boden geht oder sonstwie die Haut mit larvenhaltigem Material in Berührung bringt. Mit dem Eindringen der Larven in die Haut werden eigenartige Hautentzündungen an den unteren Gliedmaßen, die in manchen Tropengegenden häufig sind (ground itch, Bodenkrätze) in Verbindung, gebracht. Da die Larven, wenn sie in feuchtem Boden erst einmal herangereift sind, sich auch im Wasser lebend erhalten können - und zwar ebenso wie im Erdboden monatelang -, so ist auch durch unreines Trinkwasser resp. durch ungekochtes Gemüse (Blattsalat) eine Infektion immerhin möglich; jedoch spielt die Infektion durch den Mund nach neueren Anschauungen eine verschwindend geringe Rolle gegenüber der durch die Haut. Letztere ist zwar auch bei in larvenhaltigem Wasser Badenden denkbar, tritt dabei aber wahrscheinlich ebenfalls nur ausnahmsweise ein, es sei denn dadurch, daß man mit bloßen Füßen eine mit A.kot verunreinigte Uferzone betritt, was bei den Defäkationsgewohnheiten der Eingeborenen häufig genug geschehen mag. Die in den Körper eingedrungenen A.larven gelangen nach einer sehr komplizierten Wanderung durch die Lunge schließlich in den oberen Dünndarmabschnitt des Menschen und wachsen hier innerhalb einiger Wochen zu ausgebildeten Geschlechtstieren heran, so daß man schon 4-5 Wochen nach erfolgter Infektion die Wurmeier im Kote findet. Die Lebensdauer der Würmer - und damit die Krankheitsdauer, falls keine Neuinfektion eintritt - beträgt etwa 5 Jahre; vermehren können sich die Würmer im Körper des Menschen nicht, d. h. man kann nie mehr A. im Körper haben als vorher Larven in ihn eingedrungen sind. Die Würmer schädigen den Körper dadurch, daß sie mit ihren scharfen Mundwerkzeugen die Blutgefäße des Darmes anschneiden und so zu zwar kleinen, aber infolge ihrer großen Anzahl den Organismus schwächenden Blutungen Veranlassung geben; als noch schädlicher wie diese Blutungen werden aber Giftstoffe, welche die Würmer produzieren, angesehen. Von entscheidender Bedeutung für die Schwere der Krankheitssymptome ist die Anzahl der im Darme parasitierenden Würmer; einige Dutzend müssen meist schon vorhanden sein, um überhaupt sichtbare Schädigungen hervorzurufen und in mittelschweren Fällen beträgt ihre Anzahl an die hundert und mehr; ein Mensch kann jedoch über 2000 davon beherbergen. Aber selbst wenn ziemlich viele Würmer im Darm vorhanden sind, brauchen darum noch keine ernsteren Krankheitszeichen bemerkbar zu sein, solange der A.Träger sich unter sonst normalen Bedingungen befindet. Kommt es jedoch durch schlechte Ernährung oder irgendeine Krankheit zu einer Schwächung des Organismus, so kann sich der Körper der Wurmschädigungen nicht mehr genügend erwehren, und nun treten auch die Wurmkrankheitssymptome auf. Derartiges wird zur Zeit von Hungersnot und Kriegen bei der Eingeborenenbevölkerung von A.gegenden beobachtet; ebenso auch bei Kettengefangenen. Freilich wird gerade die "Kette" durch die gemeinsame Kotentleerung ihrer Mitglieder an ein und demselben, wenigstens früher oft nicht weiter hergerichteten Platze sehr leicht Neuinfektionen ausgesetzt sein, wenn auch nur einer der Leute A.träger ist. Für die Kette müssen daher unter allen Umständen Latrinen angelegt werden. Ferner muß sich in dem Raum, in dem die Kette die Nacht zubringt, eine "Tin" oder ein anderes Gefäß (das täglich nicht nur entleert, sondern zum mindesten jeden 4. Tag sauber ausgespült werden muß) befinden, in das die Leute ihren Kot absetzen können, sonst geschieht dies auf dem Boden des Kettenlokals, das auf diese Weise auch infiziert werden kann. Gewöhnlich beginnt die Wurmkrankheit ganz allmählich, und die Symptome haben wenig Charakteristisches; sie werden daher nicht selten für Blutarmut infolge des Tropenklimas und der Malaria angesehen, ein für den Patienten oft sehr folgenschwerer Irrtum; denn wenn die richtige Diagnose gestellt wird, lassen sich die Würmer entfernen und damit die Krankheit beseitigen. Die Krankheitszeichen, von denen hier nur die wichtigsten aufgezählt werden können, sind einerseits solche von seiten des durch die darin befindlichen Würmer geschädigten Verdauungskanals und bestehen in nagenden Schmerzen in der Magengegend, gelegentlichem Erbrechen, Appetitmangel oder krankhaftem Hungergefühl; letzteres führt manchmal zu ganz merkwürdigen Gelüsten, z. B. nach unreifen Früchten und anderen sauren Dingen, ja sogar zum Verzehren von Erde. Deshalb dürfen wir aber in den Tropen nun nicht ohne weiteres alle Erdesser als A.kranke ansehen, da einige Völker instinktiv durch den Genuß besonderer Erdarten das Bedürfnis des Körpers nach manchen mineralischen Stoffen zu decken scheinen. Andererseits wird Ankylostomiasis, wie man dies früher meinte, durch das Erdessen selbst kaum jemals erworben werden, da die Erde meist in trocknem Zustande genossen wird und daher zum mindesten keine lebenden A.larven enthält; das Erdessen kann eine Folge der Wurmkrankheit sein, ist aber nicht deren Ursache (s. Eßbare Erde). Ebenso launisch wie der Magen ist der Darm bei der Wurmkrankheit; im Anfang besteht häufig hartnäckige Diarrhoe, später Verstopfung. Es treten auch Blähungen und Schmerzen im Verlaufe des Darmes auf. Im Vordergrunde des Krankheitsbildes stehen jedoch, zumal bei chronisch Kranken, die Symptome, welche durch die Blutarmut bedingt werden. Letztere kann so hohe Grade annehmen, wie sie bei andern Krankheiten kaum beobachtet werden, und zugleich mit dem Blute wird auch das Herz und damit der ganze Blutkreislauf in Mitleidenschaft gezogen. Die Patienten sehen wachsartig blaß (Neger werden grau), und dabei häufig unter den Augenlidern gedunsen aus; die innere Haut des unteren Augenlides erscheint infolge der Blutarmut nicht mehr rötlich, sondern fast weiß. Schon nach geringen Anstrengungen klagen die Patienten über Müdigkeit, oft tritt Herzklopfen auf, und es können sich recht schmerzhafte Empfindungen in der Herzgegend einstellen; beim Steigen von Treppen usw. geht den Patienten "leicht die Luft aus". Oft werden solche Leute faul und energielos gescholten, während es bemitleidenswerte Kranke sind. Besonders gefährlich ist die Krankheit für Kinder, die in ihrer ganzen Entwicklung, sowohl der körperlichen wie der geistigen, zurückbleiben. So kann die Krankheit jahrelang dauern, und bei einem hohen Prozentsatz schwer Infizierter nimmt sie nach langem Siechtum schließlich einen tödlichen Ausgang, oder der erschöpfte Körper erliegt irgendeiner hinzukommenden Krankheit, z.B. Lungentuberkulose, für die anderseits die Würmer den Boden vorbereitet haben. - In manchen tropischen Kolonialgebieten ist etwa die Hälfte der Eingeborenen, ja zuweilen fast die ganze Bevölkerung mit dem Wurm behaftet, ohne daß wir viel davon zu merken brauchen. Ein schädigender Einfluß in bezug auf die Leistungsfähigkeit einer solchen Bevölkerung wird aber stets vorhanden sein, und es ist nicht von der Hand zu weisen, daß die Wurmkrankheit gerade so, wie sie mit dazu beigetragen hat die europäische Landbevölkerung im Süden der Vereinigten Staaten auf ein niedriges soziales Niveau zu drücken, auch an dem Niedergang und Aussterben mancher Südseeinsulaner einen recht wesentlichen Anteil nimmt. - In unseren deutschen Kolonien erkranken die Europäer aber nur ausnahmsweise an der Wurmkrankheit, und zwar in erster Linie deshalb, weil sie beschuht gehen: man lasse auch die europäischen Kinder in den Tropen niemals barfuß herumlaufen!

Die Behandlung des Einzelfalles ist, wenn die Schädigungen durch allzu lange Dauer der Krankheit nicht irreparabel geworden sind, nicht schwierig und geschieht durch Abtreiben der Würmer, am besten wohl mittels Thymol oder ß- Naphthol sowie besonders mit dem neuerdings als trefflich erprobten und von Nebenwirkungen freien Oleum Chenopodii; man kommt aber erfahrungsgemäß selten mit einer einzigen Abtreibungskur aus, sondern muß diese mehrere Male anwenden. Da die Behandlung vom Arzte geleitet werden soll, sind genauere Angaben an dieser Stelle entbehrlich. Die Heilerfolge sind meist überraschend schnell und günstig. Daß die Diagnose vom Arzt durch Kotuntersuchung gestellt wird, wurde bereits oben erwähnt. - Schwieriger gestaltet sich die Bekämpfung bei größeren Volksmengen. In unseren deutschen Kohlengruben ist es zwar geradezu glänzend gelungen, die Krankheit dadurch in wenigen Jahren so gut wie zu beseitigen, daß man sämtliche Wurmträger, natürlich einschließlich der großen Masse der keine Krankheitssymptome zeigenden, systematisch durch Medikamente von dem Wurme befreite. In der gleichen Weise ist es auch auf den in sanitärer Hinsicht überhaupt vorbildlichen großen Plantagen Sumatras unter der Ägide deutscher Ärzte gelungen, die Krankheit sehr einzuschränken, und die dafür aufgewandten Kosten wurden überreichlich durch die erhöhte Arbeitsfähigkeit der Kulis gedeckt; nach ähnlichem Prinzip ist man stellenweise auch in Usambara auf Plantagen vorgegangen. Eine ganze Eingeborenenbevölkerung wird man aber, ohne auf recht große Schwierigkeiten zu stoßen, unter den in unseren deutschen Kolonien obwaltenden Bedingungen - zurzeit wenigstens - kaum auf diese Weise sanieren können, obschon es das erstrebenswerte Ziel bleibt; in Porto Rico, wo man mit gewohnter amerikanischer Energie und im Hinblick auf die gute Kapitalsanlage keine Kosten scheuend, an diese Riesenaufgabe herangegangen ist, sollen die Erfolge allerdings recht ermutigend sein. - Man wird sich daher bei der unabhängigen Eingeborenenbevölkerung unserer Kolonien einstweilen in der Regel auf die Behandlung der sichtlich Erkrankten beschränken müssen, während man im übrigen durch Anlage von Aborten für eine unschädliche Beseitigung des Kotes zu sorgen bestrebt sein wird, um Neuinfektionen möglichst zu verhüten. Diese Maßregel hat natürlich auch dort zu erfolgen, wo es durchführbar ist, alle A.träger systematisch mit Medikamenten zu behandeln, und in bezug auf die Verhütung der Wurmkrankheit ist sie wichtiger als die aus sonstigen Gründen natürlich unentbehrliche einwandfreie Trinkwasserversorgung.

Die Regelung der Kotbeseitigung in Eingeborenendörfern ist allerdings in der Praxis keineswegs einfach, da sich zwar die Anlage der Abortgruben, nicht aber deren regelmäßige Benutzung behördlicherseits erzwingen läßt. Nur dann werden diese Maßregeln wirksam sein, wenn die ganze Bevölkerung durch entsprechende Aufklärung - wie man sie in Deutsch-Ostafrika zu verbreiten bestrebt ist - von der Überzeugung durchdrungen ist, daß sie bei deren Beachtung in ihrem allereigensten Nutzen handelt. Es muß jedenfalls darauf hingewirkt werden, daß der Kot nicht irgendwo auf den Boden deponiert wird, wie es die Eingeborenen, die bei der Kotablage lediglich auf die "Deckung gegen Sicht" achten, belieben; besonders gewohnheitsmäßige Karawanenlagerplätze (die aus diesem Grunde möglichst zu vermeiden sind) sind oft unsagbar verschmutzt. Selbst primitive, aber nicht zu flache Abortgruben oder Abortgräben, wie sie sich ohne wesentliche Kosten leicht herstellen lassen, sind von Nutzen, zumal die Würmer - in der Tiefe übereinander gehäufter Fäkalien sich nicht weiterentwickeln; sind die Abortgruben etwa halb gefüllt, so werden sie zugeschüttet und durch neue ersetzt. Es dürfte sich empfehlen, die Anlage so einzurichten, daß ihr betretener Boden und der obere Abschnitt der Grube möglichst trocken gehalten werden, weil es bei der großen Wanderlust der infektionsfähigen Larvenstadien - die sich aber nur auf feuchten Unterlagen fortbewegen können - sonst nicht ausgeschlossen erscheint, daß A. durch das "Hockbrett" (resp. die aus Ästen zusammengelegten Hockplatten) in die Füße der Benützenden gelangen. Zum Schutze der Anlage gegen auffallenden Regen wird ein einfaches, aber nicht zu kleines Grasdach genügen, das so anzulegen wäre, daß es den in manchen Gegenden recht schamhaften Eingeborenen die notwendige Deckung gegen das Gesehenwerden gewährt; es wird sich ja leicht von einer benutzten auf die neue Grube übertragen lassen. Um die Anlage auch gegen Bodenfeuchtigkeit zu schützen, würde es sich empfehlen, das aus der Grube ausgehobene Erdreich zu einer kleinen Plattform aufzuschütten, wie es die beistehende Figur zeigt. Die Einfallsöffnung sei nicht zu klein, sondern am besten ein langer, nicht zu schmaler Spalt. Genauere Angaben über Abortanlagen in den Tropen enthält eine Arbeit von Dr. Weißenborn (Abwässerbeseitigung in den Tropen, Archiv f. Schiffs- und Tropenkrankheiten 1913, Beiheft 3).

- Nach einem zwei- bis dreiwöchigen Lagern in Sammelbassins wäre die Verwendung des A.kotes als Düngemittel nach den Angaben der Autoren zulässig; ob dies auch für den in einfachen Erd-Abortgruben abgesetzten Kot gilt, sei dahingestellt. Im europäischen Gemüsegarten soll Menschenkot aber unter keinen Umständen zugelassen werden, schon weil er außer den A. noch eine ganze Reihe anderer Krankheitserreger enthalten kann; die chinesischen Gärtner benutzen ihn allerdings fast regelmäßig. - Um infizierten Erdboden von A.larven möglichst zu befreien, wird geraten, ihn recht tief umzupflügen und vorher, wenn tunlich, mit trockenem Gras, Reisig usw. abzubrennen; man kann aber wohl annehmen, daß die Larven nach einem Jahre auch ohne besondere Maßregeln im Boden resp. Wasser abgestorben sein werden. Um in Steckbecken und mit Kot beschmutzte Räumlichkeiten A.larven zu töten, benutze man nicht Sublimat, sondern am besten die sehr wirksame und billige Kresolseifenlösung; auch gewöhnliches kochendes Wasser tötet die Eier und Wurmlarven. Lassen sich an den Stellen, wo die Arbeiter roden, Pflanzen usw., wegen des schnellen Ortswechsels nicht gut Abortanlagen schaffen, so veranlasse man die Leute, wenn sie austreten, eine Schaufel mitzunehmen und den Kot "von Fall zu Fall" zu vergraben, wie es die alten Griechen taten. Während man bisher allgemein ein Absetzen des Kotes am Meeresstrande - wie dies an Küstenplätzen ja vielfach von seiten der Eingeborenen geschieht - für ungefährlich hielt, sind einige Autoren neuerdings zur entgegengesetzten Ansicht gekommen; wenn aber der Kot wirklich nur in der Ebbezone des Strandes (und nicht in nahe gelegenen Büschen) abgelegt wird, dürfte dieser Modus mangelhaften Abortanlagen vorzuziehen sein, zumal wenn die Strömungs- Verhältnisse ein Fortspülen des Kotes gewährleisten und dieser nicht an Plätzen, wo er unerwünscht ist, wieder angespült wird. S.a. Abfuhrwesen. - Wo dies durchführbar ist, suche man die Bevölkerung zum Tragen von Schuhen oder wenigstens Sandalen anzuhalten.

Literatur: Nähere Angaben über die Wurmkrankheit und ihre Behandlung finden sich in allen Lehrbüchern der Tropenkrankheiten.

Fülleborn.