Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 58 f.

Annato nennt man die von einer roten Hülle umgebenen Samen des Orleans- oder Rukubaumes (Bixa Orellana). Sie liefern eine gelbrote Farbe, die zum Färben von Fasern und Nahrungs- und Genußmitteln, vor allem von Käse und Butter dient. Der Orleansbaum ist heute in allen Tropen verbreitet. Er hat herzförmige, ziemlich große Blätter und ansehnliche, leicht abfallende Blüten. Die Samen sitzen in etwa pflaumengroßen, stacheligen, schief herzförmigen Kapseln. Man exportiert entweder die Samen oder bereitet eine rote Paste, indem man die Samen, mit Wasser übergossen, einem Gärungsprozeß überläßt und nachher die Samen entfernt. Die Hauptplätze für den Export des Farbstoffes selbst sind Guadeloupe und Cayenne, ein kleiner Teil kommt auch aus Brasilien. Die Samen werden sowohl von Südamerika als auch aus Ostindien an den Markt gebracht. In den deutschen Kolonien ist der Orleansbaum nur vereinzelt als Windschutzhecke und Zierstrauch vertreten. Eine Nutzung findet nicht statt. Die wirtschaftliche Bedeutung ist auch nur eine beschränkte. S. a. Farbstoffe.

Voigt.