Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 62 f.

Antilopen, mit zwei Zehen auftretende Huftiere, bei denen mindestens die Männchen Hörner tragen, und welche nicht als Ziegen, Schafe oder Rinder angesprochen werden können. In Deutsch-Ostafrika sind 28 Untergattungen vertreten, in Deutsch-Südwestafrika 24, von denen aber 11 nur im Ovambolande vorkommen, in Kamerun 26, davon 9 nur in den Grasländern und Steppengebieten des Nordostens, in Togo 22. In den übrigen Schutzgebieten gibt es keine A. Die Felle und Gehörne vieler Arten werden von den Eingeborenen und Europäern benutzt; das Fleisch dient als Speise. Aus der Jagd dieser Wildarten kann bei verständiger Hege ein hoher Betrag erzielt werden (s. unter den einzelnen Gruppen). Es wird vielfach behauptet, daß die Antilopen zu den verschiedensten Jahreszeiten Junge setzen. Das gilt aber anscheinend nicht für dieselbe Gegend, vielmehr machen neuere Forschungen es immer wahrscheinlicher, daß die Satzzeit sich nach dem Eintreten der großen Regenzeit richtet oder vielmehr, daß das Wild dann die Jungen setzt, wenn die beste Äsung vorhanden ist, wenn die Pflanzen frische Triebe haben. Diese Zeit ist gebietsweise sehr verschieden und nur in jedem der kleineren Rassengebiete (s.d.) dieselbe; jede Wildrasse hat wahrscheinlich ihre besondere, aber im allgemeinen auf eine bestimmte Jahreszeit beschränkte Satzzeit. Für einen wirksamen Jagdschutz, der den Bestand der jagdbaren Arten möglichst lange zu wahren, eine Ausrottung des Wildes zu verhindern strebt, ist die Kenntnis der Satzzeiten unbedingt nötig (s. Schonzeiten); deshalb erscheint es dringend erforderlich, möglichst viele sichere Nachrichten für die verschiedenen Wildarten unter Angabe der Wildbahnen zu sammeln und dem Berliner Zoologischen Museum einzusenden. Auch Schädel von jüngerem Wild mit genauen Angaben des Tages und Ortes der Erlegung sind dorthin zu senden. Aus der Entwicklung des Gebisses können sichere Angaben über das Alter des Wildes gewonnen werden.

Matschie

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