Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 64

Anweisungen im kassentechnischen Sinne sind Verfügungen von Behörden an die ihnen angegliederten oder unterstellten Kassen, durch welche die Erhebung einer bestimmten Einnahme oder die Leistung einer Ausgabe angeordnet werden. Die Kassen dürfen ohne A. der zuständigen Behörden keine Ausgaben leisten; Einnahmebeträge, für die eine Anweisung nicht vorliegt, können nur in vorläufige Verwahrung genommen werden. Ein großer Teil der Anweisungen wird generell erteilt, z.B. durch Übermittlung von Steuerlisten, Gehaltsnachweisungen usw. Die Vorschriften über Anweisungen in den Schutzgebieten sind zum größten Teil in den Geschäftsanweisungen für die Kassen enthalten. Daneben gibt es noch eine Reihe von Bestimmungen über die Zuständigkeit zur Ausstellung, über formelle Erfordernisse und sachliche Voraussetzungen von Kassenanweisungen, insbesondere auch über die Notwendigkeit der Prüfung, ob die Zahlung keine Etatsüberschreitung herbeiführt usw. Diese Bestimmungen sind nicht gleichlautend für alle Schutzgebiete, sie finden sich in Runderlassen, welche die einzelnen Gouverneure an die ihnen unterstellten Schutzgebietsbehörden gerichtet haben. S.a. Kassen und Kassenwesen.

Volkmann.