Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 75

Arbeiterkommissare. Die Durchführung der auf die Regelung der Arbeiterverhältnisse gerichteten Verordnungen und deren Überwachung liegt im allgemeinen den Beamten der Landesverwaltung ob, Bezirksamtmännern, Stationsleitern usw. Es hat sich aber, nach dem Vorbild fremder Verwaltungen, als zweckmäßig erwiesen, da, wo eine größere Zahl von Lohnarbeitern sich zusammendrängt, namentlich wo Wanderarbeiter beschäftigt werden, also in Pflanzungsgebieten, beim Berg-, beim Eisenbahnbau, besondere Beamte mit jenen Obliegenheiten zu betrauen, die, ähnlich wie Fabrikinspektoren, die Vertrauensleute von Arbeitgebern wie Arbeitern sein sollen, deren Beschwerden entgegennehmen und Meinungsverschiedenheiten zu schlichten suchen. Der erste Versuch war die Bestellung eines Kurators für die farbigen Arbeiter in Kamerun 1892. Außer in Kamerun gibt es A. (Eingeborenenkommissare, Distriktskommissare [s.d.]) in Deutsch-Ostafrika (1912/13: 5), in Deutsch-Südwestafrika, in Samoa (für die Chinesen). S.a. Arbeiterverhältnisse.

Rathgen.