Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 82

Armbänder und Armringe bilden einen weitverbreiteten Schmuck, der der Regel nach über dem Handgelenk oder über dem Ellenbogengelenk bis über den Bauch des Bizeps hin getragen wird. Das Material ist je nach den Gegenden verschieden; zu Schnur gedrehte, geflochtene, gewebte Pflanzenfasernstreifen, Fell, Haar, Leder sind als weiches Material häufig, Holz, Elfenbein, Muscheln, Stein, Metall als hartes. Neben einfachen Formen finden sich gemusterte und verzierte; sehr häufig erhalten die A. ferner heterogenen Schmuck durch die Einfügung von Federn, Zähnen, Knochen, Muscheln, Schneckenschalen, harten Früchten, wohlriechendem Holz, Harz usw., endlich Perlen aus tierischen Stoffen, Stein, Glas, Ton, die entweder einzeln oder in dichter Folge aufgereiht oder zu Mustern verwendet werden. Das L, das in einfachster Form zur Befestigung einer bunten Muschel am Arm dient und sich dann durch technische Vervollkommnung zu einem wertvollen und mühsam hergestellten Schmuckstücke entwickelt, kann durch Einsteckung von Federn, Blumen, bunten Blättern, durch Anhängen von Früchten, Fäden, Streifen, Flechtereien ausgestaltet werden. Endlich dient es auch praktischen Zwecken, wenn es die Tabakspfeife oder den aus Schweineknochen gefertigten Eßspatel des Besitzers aufnimmt (Melanesien) oder den Charakter des Schmuckes völlig verliert und z. B. an der Scheide des Dolches angebracht wird, die es am Unterarm festhält (Westsudan).

Thilenius.