Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 82

Armbrust, eine Fernwaffe, die durch Verbesserung des einfachen Pfeilbogens entstanden sein kann. Denkt man sich den den Bogen haltenden Arm durch einen mit offener oder geschlossener Rinne versehenen Schaft (ev. mit Kolben) ersetzt, der zum Festhalten und beliebigen Abschnellen der gespannten Sehne einen beweglichen Drücker besitzt, so hat man etwa das Bild der A. Sie dient zum Abschießen von einzelnen Bolzen oder Kugeln; zur gleichzeitigen Entsendung mehrerer Pfeile erfanden die Chinesen einen kastenartigen Aufsatz, der bis zu 20 Pfeilen aufnahm. Die A. kommt heute noch in Westafrika als solche vor, wohin sie durch die Portugiesen gebracht sein mag, und wohl auch noch in China, doch ist es zweifelhaft, wie sie dorthin gelangte. Als Kinderspielzeug ist sie in Nordafrika u. a. O. bekannt.

Thilenius.