Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 88

Asante, ein vielfach auch Aschanti bezeichneter, sehr bekannter kriegstüchtiger Volksstamm der englischen Goldküste, der die englische Verwaltung wiederholt zum bewaffneten Einschreiten zwang. Die A. haben wiederholt kriegerische Einfälle in das jetzt der deutschen Verwaltung unterstehende Togogebiet unternommen. Ein König von A. hatte im zweiten Viertel des 18. Jahrh. sogar das Dagombareich unterworfen. Die A.sprache, Tschi genannt (s. Tschisprache), wird von zahlreichen Stämmen der Goldküstenkolonie in verschiedenen Dialekten gesprochen, vor allem in A., Fante, Akwapim, Akim, Okwawu u.a. Diese Völker werden zusammengefaßt unter der Bezeichnung A.- oder Tschigruppe. In Togo befindet sich südlich Kratschi am Oti und Volta eine kleine Landschaft Apaß, deren Bevölkerung der A.gruppe zuzuzählen ist; die Landschaft Apaß umfaßt die Orte Ahinkru, Otisu, Tuntum, Apaso, Akroso und Kwawu-Dukumaë. Die Apaßleute gehören dem in der Goldküstenkolonie ansässigen Okwawustamm an und wurden vor längerer Zeit von den Akimleuten aus ihren ursprünglichen Wohnsitzen vertrieben. Ihrer Abstammung nach gehören auch die Bewohner der Landschaft Gjérepangá, zwischen Agbande und Nakpali. dem Okwawustamm an; sie haben die Tschisprache jedoch aufgegeben und sind zum größten Teil der Kulturbeeinflussung der Timvölker erlegen. Ein Mischvolk aus A.ern und Mandingos sind die Tschokossi (s.d.), welche um Sansane-Mangu herum ansässig sind; etwa 18000 Eingeborene sprechen dort eine aus Tschi und anderen Idiomen zusammengesetzte Sprache. Entsprechend dem politischen Einfluß, den das A.-Reich zur Zeit seiner größten Machtentfaltung auf die westlichen Teile des heutigen Togogebietes ausgeübt hat, war auch die Kulturbeeinflussung in jenen Gebieten eine intensive. Von Kpandu im Süden bis einschließlich Kratschi im Norden begegnet man Schritt für Schritt Kulturmerkmalen der A.er. Bis tief ins Gebirge im Osten, nach Adele und Atjuti und sogar bis Jendi im Norden sind solche Kulturmerkmale vorgedrungen. Im Gebiet der A. ist der Kolabaum (Cola vera) sehr verbreitet. Seine Samen, die Kolanüsse (s.d.), sind im westlichen Sudan sehr begehrtes Anziehungsmittel, zu dessen Einkauf jährlich Tausende von Sudanhändlern einzeln und karawanenweise nach den im und um das Hauptverbreitungsgebiet der Kolabäume herum gelegenen Märkten wandern. Ein wichtiges Handelszentrum, das dem Umsatz der in A. erzeugten Kolanüsse dient, ist Salaga (s.d.). Vergleiche auch die Ausführungen über den Sudanhandel unter Togo, 11. Handel.

v. Zech.