Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 88

Asbest nennt man eine Anzahl weißer, weicher, faseriger, zäher, biegsamer und verspinnbarer Hornblendemineralien (im wesentlichen Kalk-Magnesia-, zum Teil auch Kalk-Magnesia-Tonerdesilikate) die sehr widerstandsfähig gegen Hitze und sehr schlechte Wärmeleiter sind und daher besonders als Isolationsmaterial Verwendung finden. In Deutsch- Südwestafrika bei der Station Pforte finden sich in kristallinen Kalken, die in der Nähe von roten Graniten und in Verbindung mit schuppigem Glimmerfels auftreten und von einem Basaltgang durchsetzt werden, 1-2 cbm große Nester von filzigem bis langfaserigem A. zusammen mit großen Rosetten von Tremolit (ebenfalls ein Amphibolmineral). Kleinere Linsen von A. mit 10-15 cm langen Fasern finden sich häufiger, eingeschaltet in die großen Amphibolitzüge bzw. in deren Nähe, im Hererolande, so besonders in der Nähe der Gorubmine. Bei Lüderitzbucht (Kolmanskuppe) soll ein kleines Vorkommen von Serpentin-A. (faserigem Serpentin = wasserhaltiges Magnesiasilikat) vorhanden sein, doch ist darüber noch nichts Näheres bekannt. Auch in Deutsch- Ostafrika ist neuerdings im Bezirk Morogoro A. gefunden worden.

Gagel.