Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 99

Ausfuhrverbote. A. können erlassen werden aus Gründen der Teuerungspolitik für Lebensmittel. So ist früher gelegentlich die Ausfuhr von Mais aus Togo verboten gewesen. Häufiger kommen sie vor aus Gründen der Produktionspolitik. Um den Anreiz zur Ausrottung der Elefanten zu vermindern, ist die Ausfuhr kleiner Zähne in Kamerun (unter 2 kg Gewicht) und in Ostafrika (unter 5 kg Gewicht) verboten. Nach der Jagdordnung von 1911 verfallen jetzt aber Zähne unter 15 kg der Einziehung (s. Elfenbein und Jagd). Gegen Schädigung der Viehzucht richtet sich das Verbot der Ausfuhr weiblichen Rindviehs aus Deutsch- Ostafrika (25. Mai 1893) und von Angoraziegen, Straußen und Straußeneiern aus Deutsch-Südwestafrika (an Stelle des Ausfuhrzolls des Tarifs von 1908 durch Ksl. V. vom 15. Febr. 1909). Nach V. vom 8. Mai 1910 findet dieses A. auf die Ausfuhr nach den britischen Besitzungen in Südafrika keine Anwendung, wofür von den britischen Regierungen im Wege der Gegenseitigkeit zollfreie Ausfuhr dieser Waren nach Südwestafrika gestattet ist. S. a. Handelspolitik.

Rathgen

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