Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 249 f.

Büffel, Bubalus, Gattung der Rinder. Die Hörner entspringen nicht auf der äußersten Kante des Hinterhauptes, sondern näher nach den Augen zu und sind an der Wurzel viel breiter als hoch. Der Rumpf ist sehr spärlich behaart. In Südasien sind mehrere Rassen von Wild-B. gezähmt worden, in Afrika hat man noch keine solchen Versuche gemacht, obwohl sie vielleicht aussichtsreich sind. Leider ist in vielen Gegenden dieses gewaltige Wild jetzt schon verschwunden oder sehr selten geworden. In Deutsch- Südwestafrika scheint es nur noch in dem äußersten Norden vorhanden zu sein, auch in Deutsch-Ostafrika gibt es schon viele Gegenden, in denen nur noch einzelne B. gesehen werden. - Man unterscheidet die schwarzen oder Kaffern-B. von den Rot-B.; es gibt aber Rassen, bei denen die jüngeren Tiere gelblich, grau oder rot sind, die alten B. aber schwarz, in anderen Gegenden dunkelbraune oder dunkelgraue. Eine scharfe Trennung beider Formen ist unmöglich. Der B. hat in jedem kleinen Rassengebiete, deren es sehr viele gibt, seine besonderen Merkmale in der Gehörnbildung, Gestalt und Färbung. Im allgemeinen kann man drei Gruppen unterscheiden: diejenige, deren Gehörn stark nach unten gebogen und sehr weit ausladend ist, in Südafrika und Ostafrika nach Norden bis zum Elgon, ferner die Sudanb., deren Gehörn fast in einer Ebene sehr weit auslegt, und die Urwald-B. Westafrikas, von denen viele Rassen erst in höherem Alter schwarz werden und deren Gehörn kaum einen halben Meter weit in derselben Ebene auslegt. - Im Hinterlande von Togo und in den Tsadseeländern von Kamerun gibt es Rassen des Sudan-B., im mittleren und südlichen Togo, im übrigen Kamerun und in der Nähe des Kiwusees in Deutsch-Ostafrika Rassen des kleinhörnigen B., im Okawangobecken von Deutsch-Südwestafrika und im Caprivizipfel, ebenso in Deutsch-Ostafrika Rassen des Kaffern-B., und zwar kommen in Togo wahrscheinlich im ganzen 6 B.rassen, in Kamerun über ein Dutzend, in Deutsch-Südwestafrika mindestens 3, in Deutsch-Ostafrika mindestens 30 Rassen vor. Sie unterscheiden sich in der Biegung und in der Gestalt der Hörner sehr auffallend. Mischlinge zwischen zwei Rassen sind mehrfach nachgewiesen. Die einzelnen Rassen hat man vorläufig nicht genauer untersuchen können, weil bisher in den Museen noch nicht genügend viele Felle und Schädel zur Vergleichung vorliegen. - B.häute geben ein gutes Leder; die Hörner werden zu gewerblichen Zwecken verwendet und stehen als Wandzierden in hohem Ansehen.

Matschie