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Bafia oder Bapea, der größte Stamm einer
Gruppe von kleinen Stämmen in Westkamerun, die vom Ebomassiv bis zum Mbam sitzen und Mischvölker zwischen den Sudan- und
Bantunegern zu sein scheinen. Sie wohnen nicht in Dörfern, sondern in einzelnen
Höfen, die rechteckig sind und auf allen vier Ecken ein aus Lehm gebautes Haus
tragen. Außerdem sind stets Schafställe vorhanden, auf denen die Erntevorräte
aufbewahrt werden. Die Häuser selbst sind mit Palmblättern gedeckte
Giebeldachhütten. Die B. gehen fast unbekleidet und tragen ein Penisfutteral.
Sie sind kriegerisch, besitzen Wurfspeere, Pfeile
und Bogen und große Schilde und bedrücken und bekämpfen eine Reihe von
Bruderstämmen, die mit ihnen eng verwandt, aber ganz unkriegerisch geworden
sind. Es sind das die Jambassi, Bungandi, Babungo
u. a. Diese, die an der Grenze des Urwaldes sitzen, haben die Waldinseln der Parklandschaft in natürliche Festungen
verwandelt, indem sie am Rande die Bäume dicht aneinander gepflanzt haben, so
daß undurchdringliche Dickichte geschaffen wurden. Im Innern dieser Inseln
liegen die Siedelungen in Form von Gehöften sowie die Felder. Sie sind durch
diesen natürlichen Schutz des Kampfes vollständig entwöhnt worden. - Die
Zugehörigkeit der B. ist strittig, da sie die Hütten der Bantuneger des Waldes besitzen und die
Kultur der Hirse, wie verschiedene andere
Sudanstämme allerdings auch, nicht kennen, dagegen die Gehöftform ihrer
Siedelungen wieder sehr auf letztere hinzuweisen scheint.
Literatur: Dominik, Die Bapea-
Expedition.
KolBl. 1905, 526; 1908 v. Stein.
Passarge-Rathjens. |