Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 112

Bafia oder Bapea, der größte Stamm einer Gruppe von kleinen Stämmen in Westkamerun, die vom Ebomassiv bis zum Mbam sitzen und Mischvölker zwischen den Sudan- und Bantunegern zu sein scheinen. Sie wohnen nicht in Dörfern, sondern in einzelnen Höfen, die rechteckig sind und auf allen vier Ecken ein aus Lehm gebautes Haus tragen. Außerdem sind stets Schafställe vorhanden, auf denen die Erntevorräte aufbewahrt werden. Die Häuser selbst sind mit Palmblättern gedeckte Giebeldachhütten. Die B. gehen fast unbekleidet und tragen ein Penisfutteral. Sie sind kriegerisch, besitzen Wurfspeere, Pfeile und Bogen und große Schilde und bedrücken und bekämpfen eine Reihe von Bruderstämmen, die mit ihnen eng verwandt, aber ganz unkriegerisch geworden sind. Es sind das die Jambassi, Bungandi, Babungo u. a. Diese, die an der Grenze des Urwaldes sitzen, haben die Waldinseln der Parklandschaft in natürliche Festungen verwandelt, indem sie am Rande die Bäume dicht aneinander gepflanzt haben, so daß undurchdringliche Dickichte geschaffen wurden. Im Innern dieser Inseln liegen die Siedelungen in Form von Gehöften sowie die Felder. Sie sind durch diesen natürlichen Schutz des Kampfes vollständig entwöhnt worden. - Die Zugehörigkeit der B. ist strittig, da sie die Hütten der Bantuneger des Waldes besitzen und die Kultur der Hirse, wie verschiedene andere Sudanstämme allerdings auch, nicht kennen, dagegen die Gehöftform ihrer Siedelungen wieder sehr auf letztere hinzuweisen scheint.

Literatur: Dominik, Die Bapea- Expedition. KolBl. 1905, 526; 1908 v. Stein.

Passarge-Rathjens.