Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 113

Bafum, Volksstamm von Sudannegern in Nordwestkamerun, die im Kumbohochland im Quellgebiet des Katsena Allah und am großen Ndüsee sitzen. Das Hochland von B. ist als Vorstufe dem Hochland von Bekom im Norden vorgelagert, ist tief zerschnitten und teilweise mit Wald bedeckt. Glauning schätzt ihre Zahl auf 50-60000. Die B. zerfallen wieder in eine große Anzahl von Stämmen, von denen jeder wieder einen besonderen Dialekt spricht. Auffällig sind die vielen Kröpfe, die bei ihnen vorkommen. Sie sind zum Teil bis vor kurzem Kannibalen (s. Androphagen) gewesen. Ihre Häuser bauen sie, wie alle Stämme der Übergangsländer, quadratisch, teilweise auf Pfählen 1/2 m über dem Boden ruhend. Angebaut werden hauptsächlich Mais, Durra, Erdnüsse, Tabak, Planten, Bataten. Im B.lande werden schöne Holzschnitzereien angefertigt, wie diese auf der farbigen Tafel Kamerun Abb. 1 (Hausleiste) und Tafel 86 Abb. 2, 7 wiedergegeben sind, z.B. sind meist die Türpfosten schön geschmückt. Die B. sind die Zwischenhändler für den Kolahandel aus Bekom, Bansso und Oku. Politisch zerfallen die B. in eine ganze Anzahl von einzelnen Landschaften, die sich untereinander bekriegen.

Literatur: KolBl. 1906, 235 u. 705, Karte, Glauning.

Passarge-Rathjens.