Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 113

 

Bafuru oder Afuru, ein Volk von Bantunegern in Neukamerun, das mit den Bangala und andern zu einer Gruppe zusammengefaßt wird, die sprachlich den Bantu von Kamerun nahestehen sollen. Die B. sollen nach Dybowski mit den Bubangi identisch sein, die am linken Ufer des Kongo sitzen. Die B. sitzen am rechten Kongoufer zwischen dem Ubangi und dem Alima, also dort, wo der Kongozipfel den Kongo erreicht. Sie sind häßliche, große und kräftige Gestalten, die sehr wild und unzugänglich sind, wo sie nicht Handel treiben. Sie tatauieren sich durch Schnitte an den Schläfen und über der Stirn, die Frauen auf der Brust und tragen kleine geflochtene Zöpfe, entweder zwei an den Schläfen oder einen an der Stirn. Ihre Dörfer haben die Form der Straßendörfer der Bantu, ihre Hütten sind rechteckig, zu meist bis 40 oder 50 cm über dem Boden erhoben. Die Dächer sind rund gebaut in der Form einer halben Tonne aus Stangen und mit Gras gedeckt. Die Wände bestehen aus Rotangeflecht. Sie verfertigen Flechtarbeiten und bauen besonders sehr schöne große Boote, die mit parallelen Streifen verziert sind. Diese Boote sind so groß, daß 20 Ruderer hintereinanderstehen, 10 links und 10 rechts; denn es wird im Stehen gerudert. Sie treiben Elfenbeinhandel kongoabwärts und leben sonst meist von Fischfang. Das Gebiet, das sie bewohnen, ist für Ackerbau unbrauchbar, da es den größten Teil des Jahres unter Wasser steht. Es ist mit dichtestem Sumpfurwald bedeckt.

Passarge-Rathjens.