Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 113

Bafut, Stamm von Sudannegern im Westen von Kamerun auf dem Baliplateau. Das Hochland von B., das nach ihnen benannt ist, liegt im Nordosten der Mjasenke, die sich von Bali nach Norden hinzieht. Sie sind ein wilder, kriegerischer Volksstamm, der sich mehrere Male empörte und bestraft werden mußte. Ihre Anzahl wird von Pavel allein für den Ort B. auf 25 000 geschätzt. Sie lebten vor ihrer Unterwerfung fast nur von Straßenraub und bauten nur an, was sie notwendigerweise zu ihrem Lebensunterhalt gebrauchten. Ihre Siedelungen sind auf einen kleinen Raum konzentriert. 13 Dörfer mit 25000 Einwohnern liegen in einem Umkreis von 34 km. Das Terrain, auf dem die Stadt B. liegt, ist bergig; es wechseln Höhen von 1100- 2400 m miteinander ab. Der Oberstleutnant Pavel (s.d.) brauchte 7 Tage, bis er den ganzen Dörferkomplex erobert hatte. Die einzelnen Dörfer hängen nur lose miteinander zusammen, die einzelnen Gehöfte sind wieder durch Verhaue umgeben. - Im Süden der B. wohnt eine Reihe von Stämmen, die ihnen sehr nahe stehen. Es sind in kaum 15 km Entfernung die Bandeng (s.d.), die ebenfalls einen großen Dorfkomplex bewohnen, den Ort Bandeng, der 10000 Einwohner hat und auf ein Gebiet von 5:1 1/2 km beschränkt ist, ferner die Bamessong und die Bafuen. Einige der für dieses Gebiet charakteristischen geschnitzten Hauspfähle geben die Abb. 2 u. 7 der Tafel 86 und Abb. 1 (Hausleiste) der farbigen Tafel Kamerun wieder.

Passarge-Rathjens.