Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 115 f.

Bagirmi, Sultanat südlich des Tsadsees im Osten des Schari in Französisch-Äquatorialafrika. Die Gründung fällt in das 16. Jahrh. und wird auf ein aus Arabien eindringendes Geschlecht zurückgeführt. Die Hauptstadt ist Massenja. Die schwarzen Urbewohner behielten in Sprache und Typus das Übergewicht. Die Fürsten von B. wurden schon frühzeitig Vasallen der Sultane von Bornu. Das Reich B. hat seine Grenzen vielfach geändert, je nachdem es seine Macht über eine größere oder kleinere Anzahl von Vasallenfürsten ausübte. Die größte Ausdehnung hatte es unter Gawanga im Beginn des 18. Jahrh., wo es sieh vom Tsadsee bis zum Lande der Sara, vom Schari bis nach Kanem erstreckte. Die zu Kamerun gehörigen Gebiete westlich Logone und Schari, das heidnische Musgumland und das Sultanat Logone, standen nur zeitweise unter der Hoheit von B. Nach dem 7jährigen Interregnum Rabehs (s.d.) regiert die alte Dynastie mit sehr eingeschränkter Macht in Massenja weiter; die meisten Vasallenstaaten haben sich von ihr losgelöst.

Literatur: Oppenheim, Rabeh u. das Tsadseegebiet. Berl. 1902.

Passarge-Rathjens.