Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 117 f.

Bainingberge, noch wenig bekanntes Hauptgebirge der Gazellehalbinsel, Neupommern (Deutsch-Neuguinea), bis ca. 1500 m hoch, dicht bewaldet und von den Baining (s.d.) schwach bevölkert; es scheint aus älteren und jüngeren Eruptivgesteinen sowie (bis 525 m Höhe hinauf) gehobenem Korallenkalk aufgebaut zu sein. Die bisher bestimmten älteren Eruptivgesteine sind Monzonit, Augitdiorit, Augitdioritporphyrit und Augitporphyrit. Am Nordrand der B., südlich von Lassulbucht und Massawa, liegen die Pflanzungen einiger Deutsch-Queensländer. Neuerdings haben sich auch noch einige weitere Ansiedler niedergelassen. Vor kurzem sind auch zwei kleine Fabriken für die Herstellung von Pfeilwurz entstanden, die sich mit der Ausfuhr dieses Produktes befassen wollen. Auch die Neuguinea-Kompagnie hat hier eine Niederlassung, und zwar baut sie vor allen Dingen Kakao (s. Neuguinea-Kompagnie). Eine regelmäßige Verbindung der Ansiedlung mit der Zentrale Rabaul besteht nicht, doch findet ein häufigerer Verkehr teils mit dem Küstendampfer "Meklong" des Norddeutschen Lloyd, wie auch mit Motor- und Segelkuttern der Ansiedler dahin statt. Auch kann man bereits über Land von Rabaul nach den Bainingbergen gelangen. Der Weg ist bis auf die Brücken fertiggestellt. In den Bainingbergen findet sich noch eine Station der Mission vom heiligsten Herzen Jesu (s.d.), die den Namen St. Paul führt. Sie ist dadurch in weiteren Kreisen bekannt geworden, daß daselbst im Jahre 1904 zehn Missionare und Missionsschwestern von den Bainingleuten überfallen und niedergemetzelt wurden (s.a. Deutsch-Neuguinea, 20. Missionen).

Sapper. Krauß.