| Bakoko, großes Volk im Küstenvorland bis zum Plateaurand von
Kamerun, und zwar etwa bis zum Wuri im Norden und bis über den Njong im Süden. Sie gehören zu der Kamerungruppe der
Bantuneger und stehen der Bakundugruppe
(s.d.)
im Norden gegenüber. Letztere hat südliche Wanderrichtung, die B. eine
nördliche. Sie sind vor etwa 150 Jahren aus dem Innern, wo sie
vielleicht
in der Gegend des oberen Sanaga saßen, durch ein eindringendes Volk zur Küste
gedrängt worden. Die B., die ein einheitliches Volk bilden, zerfallen
in eine ganze Anzahl von Unterstämmen. Am Njong sitzen die Jabo, die Ndogen
Tomen,
die Ndogen Besol, Ndogen Schok und die Solby. Im Norden sitzen die Bassa, die Loko und
Bergbakoko
und andere. Bei allen diesen Stämmen hat ein Häuptling das größte
Ansehen.
Schkopp schätzt die Zahl der B. auf eine Million, was wohl zu hoch
gegriffen
sein dürfte. Die Farbe der B. ist dunkelbraun bis schwarz, die Größe ist
eine mittlere, und die Gesichter sind nicht häßlich. Die Kleidung
besteht
in einem Rinden- oder Bastschurz, die Tatauierung in zwei Kreisen auf der Stirne und
Pfeilspitzen an den Schläfen, außerdem noch an den Wangen und am Bauche.
Das Haar wird meist kurz geschoren. Ihre Waffen bestehen in Speeren und
Messern und in einer Art Keule zur Abwehr.
- Ihre Siedelungen sind die für die Bantu
typischen, zwei Reihen Häuser, doch ist der Unterschied, daß die Wohnhäuser an der einen Seite, die Ställe an
der andern sich befinden. Die Häuser sind rechteckig mit Firstdach und
haben etwa eine Größe von 7 x 8 m, während der First etwa 2 1/2 m hoch
ist. Die B. sind geschickt im Schnitzen und Flechten.
- Viehzucht ist wenig vorhanden, an Haustieren gibt
es Hunde. Angebaut werden besonders Planten, Kassave,
Mais, Erdnüsse; ihre Hauptnahrung sind Bananen. Fischfang wird wenig getrieben, desto mehr
aber Jagd, in der die B. sehr geschickt sind. Handel wird ebenfalls wenig getrieben. - Jedes Dorf
der B. hat seinen Häuptling, der aber nur wenig Macht besitzt.
Passarge- Rathjens. |