Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 119

Bakoko, großes Volk im Küstenvorland bis zum Plateaurand von Kamerun, und zwar etwa bis zum Wuri im Norden und bis über den Njong im Süden. Sie gehören zu der Kamerungruppe der Bantuneger und stehen der Bakundugruppe (s.d.) im Norden gegenüber. Letztere hat südliche Wanderrichtung, die B. eine nördliche. Sie sind vor etwa 150 Jahren aus dem Innern, wo sie vielleicht in der Gegend des oberen Sanaga saßen, durch ein eindringendes Volk zur Küste gedrängt worden. Die B., die ein einheitliches Volk bilden, zerfallen in eine ganze Anzahl von Unterstämmen. Am Njong sitzen die Jabo, die Ndogen Tomen, die Ndogen Besol, Ndogen Schok und die Solby. Im Norden sitzen die Bassa, die Loko und Bergbakoko und andere. Bei allen diesen Stämmen hat ein Häuptling das größte Ansehen. Schkopp schätzt die Zahl der B. auf eine Million, was wohl zu hoch gegriffen sein dürfte. Die Farbe der B. ist dunkelbraun bis schwarz, die Größe ist eine mittlere, und die Gesichter sind nicht häßlich. Die Kleidung besteht in einem Rinden- oder Bastschurz, die Tatauierung in zwei Kreisen auf der Stirne und Pfeilspitzen an den Schläfen, außerdem noch an den Wangen und am Bauche. Das Haar wird meist kurz geschoren. Ihre Waffen bestehen in Speeren und Messern und in einer Art Keule zur Abwehr. - Ihre Siedelungen sind die für die Bantu typischen, zwei Reihen Häuser, doch ist der Unterschied, daß die Wohnhäuser an der einen Seite, die Ställe an der andern sich befinden. Die Häuser sind rechteckig mit Firstdach und haben etwa eine Größe von 7 x 8 m, während der First etwa 2 1/2 m hoch ist. Die B. sind geschickt im Schnitzen und Flechten. - Viehzucht ist wenig vorhanden, an Haustieren gibt es Hunde. Angebaut werden besonders Planten, Kassave, Mais, Erdnüsse; ihre Hauptnahrung sind Bananen. Fischfang wird wenig getrieben, desto mehr aber Jagd, in der die B. sehr geschickt sind. Handel wird ebenfalls wenig getrieben. - Jedes Dorf der B. hat seinen Häuptling, der aber nur wenig Macht besitzt.

Passarge- Rathjens.