Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 119

Bakossi, Volksstamm von Bantunegern in Kamerun, der aber wahrscheinlich viel Sudannegerblut aufgesogen hat und am Westrand des Manengubahochlandes (s.d.) etwa von der Gegend von Johann- Albrechts-Höhe bis zum Manengubagebirge, im Flußgebiet des Mungo, wohnt. Die B. bilden mit mehreren anderen kleinen Stämmen die Miniegruppe. Sie sind ein großer intelligenter Volksschlag, friedliebend und fleißig und leben darum in gutem Wohlstand. Ihr Gebiet ist nicht dicht bevölkert. Ihre Dörfer mit geraden Straßen sind sauber. Die Häuser sollen in letzter Zeit einen Übergang vom runden Kegeldachhaus des Sudannegers bis zum viereckigen Haus des Bantunegers durchgemacht haben, und man soll im Süden jetzt nur noch letzteren Typus treffen. Nach anderer Darstellung sind Häuser für die Männer und die Ställe viereckig, aber die Häuser für die Weiber sind Kegeldachhütten. In der Mitte des Dorfes steht das Palaverhaus mit einem Baum davor. Die B. sind Viehzüchter, besitzen ein gutes, kräftiges Rind und massenhaft Schweine, Ziegen und Schafe. Das Rindvieh ist aber aus verschiedenen Gründen (Krankheiten, Weidemangel) nicht sehr zahlreich. Außer Viehzucht treiben die B. noch Ackerbau; sie bauen Planten, Mais, Kokos und Bohnen. Der Boden ist im allgemeinen sehr fruchtbar.

Passarge-Rathjens.