Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 121

Bakundu, im Küstenvorland von Kamerun sitzender Stamm von Bantunegern, nach dem die eine Gruppe der in Westkamerun sitzenden Bantu mit südlicher Wanderrichtung Bakundugruppe genannt wurde. Die Übereinstimmung mit den Nachbarstämmen ist sprachlich und in religiösen Vorstellungen eine ziemlich große. Die B.gruppe unterscheidet sich von den südöstlichen Bantu, den Bakoko (s.d.) und verwandten Völkern, durch die Lehmmauern ihrer Hütten, während letztere Mattenwände haben. Die Straßen sind sauber, und die Hütten stehen in Reihen zu beiden Seiten. In der Mitte der Straße liegt das Palaverhaus, das zugleich meist den Fetisch beherbergt. Die Stämme der B.gruppe sind hauptsächlich die Träger der Geheimbünde (s.d.), Maskentänze (s. Masken), Gottesgerichte und des Glaubens an das Totenreich (s. Religionen der Eingeborenen). Früher waren sie fast alle Kannibalen (s. Androphagen). - Die B. sitzen in einer Abteilung am Nordabhang der Rumpiberge, in einer zweiten nördlich des Kamerunberges vom Mittellauf des Neme in einem Streifen nach Osten bis zum Mungo. Sie sind zur Hauptsache Ackerbauer, treiben aber auch in geringem Maße Viehzucht, besonders mit Kleinvieh. Sie sind daneben Händler und kommen als solche weit herum. Ihre Dörfer waren mit Palisadenzäunen befestigt, zu denen nur kleine Türen den Zugang gestatteten. Körperlich sind die B. klein, mager, häßlich und schmutzig. Ihre Hütten erreichen eine Größe von 30-40 m Länge und 6 m Breite, haben Giebeldächer und sind durch Schiebetüren verschlossen. Die Hauptorte sind Bakundu-Konje am oberen Mungo, im Gebiet der nördlichen B., und der Ort Bakundu-Bombe am mittleren Mungo im Gebiet der südlichen B.

Passarge- Rathjens.