Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 121 f.

Bakwiri, Volk in Kamerun am Südabhang des Kamerunberges. Über seine Stammesangehörigkeit ist wenig bekannt. Die B. sind ein Bantuvolk, das von Norden her eingewandert ist, und aus der Mischung zweier Völker hervorgegangen. Sie haben lange niedere Giebeldachhäuser, roden den Urwald, legen Pflanzungen an und treiben auch lebhaft Viehzucht. Neben Kleinvieh haben sie auch eine Rinderrasse, die aber keine Milch gibt. Ihr Stamm zerfällt in viele Sippen, deren Gebiete durch lebende Hecken getrennt sind. - Die B. treiben einen großen Totenkultus und glauben an ein Weiterleben und eine Art Seelenwanderung nach dem Tode, weshalb sie die ersten Weißen für ihre, wiedergekehrten Toten hielten (s. Religionen der Eingeborenen). Der Besitzergreifung durch die Deutschen haben die B. lange erfolgreich Widerstand geleistet. 1892 fiel ihr Hauptort Buea (s.d.), wobei v. Gravenreuth (s.d.) den Tod fand.

Literatur: A. Seidel, Beiträge z. Kolonialpolitik u. Kolonialwirtschaft. 1901/02.

Passarge-Rathjens.