Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 123

Balong, Volk von Bantunegern im Kameruner Vorland, wahrscheinlich zur Bakundugruppe gehörig. Sie sitzen am Mungo zwischen Mundame und Mukondsche in mehreren Enklaven. So ist der Ort Mukondsche ganz isoliert. Sie sind zur Hauptsache Händler, und zwar sind sie die Zwischenhändler für Vieh, das sie für Salz auf dem Graslande erwerben, und das sie besonders an die Abo weiter geben. Daneben bauen sie auf ihrem sehr fruchtbaren Boden Pisang, Mais, Yams, auch sammeln sie Ölfrüchte und Schibutter. Im Äußern sind sie den umwohnenden Stämmen gleich, doch weichen sie in der Anlage der Siedelungen ab. Ihre Dörfer sind lang und bestehen aus zwei Reihen Häusern, zwischen denen in Abständen zwei bis fünf Palaver und Fetischhütten stehen. Die Häuser bestehen aus mehreren Hütten, einer größeren Wohnhütte und dahinter verschiedenen kleinen Schlafhütten. Wahrsagerei, Gottesurteile und Tänze sind häufig. Größere Siedelungen sind Mukondsche, Muyuka und Mpondo im Süden, Yuke, Ndom, Dikuna und Fiko im Norden. Im ganzen haben sie oder hatten sie zwölf Ortschaften, die teilweise verlegt worden sind. Ihre Zahl soll nur etwa 3000 betragen.

Literatur: Keller, Über Volk u. Land der Balong. KolBl. 1895, 482.

Passarge-Rathjens.