Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 124

Bambusen, eine in Deutsch- Südwestafrika allgemein eingebürgerte Bezeichnung für Eingeborene Diener, besonders für die halbwüchsigen, im Haushalt beschäftigten Farbigen. Das Wort ist durch Zufall nach Südafrika gedrungen und nicht etwa dort heimisch. Eine interessante Erklärung für dieses Wort gibt E. Hahn, Berlin. Seine Ausführung zeigt die Wanderungen, die eine kurze und praktische Bezeichnung infolge des modernen Weltverkehrs durchmachen kann. Ursprünglich wurden von den nordamerikanischen Angelsachsen die Rothäute als Baboons d. i. Paviane = Affen, Halbmenschen, bezeichnet. Von hier ist auf dem Umwege über Berlin und das Windhuker Kasino im Anfange der neunziger Jahre dieses Scherzwort für eine minderwertige Menschenklasse in Südwestafrika verbreitet worden, wo es allgemein in der Form "Bambus, Bambuse" gebraucht wurde.

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