Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 125 f.

Bamendagebirge, Gebirge in Kamerun, das zum Hochland von Südadamaua gehört. Es ist der durchschnittlich über 2000 m hohe Gebirgsrand des Manengubahochlandes gegen Westen. Es streicht von den Bafaramibergen bis zum Kumbohochland in nordöstlicher Richtung. In seinem nördlichen Teil trennt es das Balihochland vom Mbamplateau. Der südlichste Zug des B. sind die Bafaramiberge, mit ihren bis zum Mungo reichenden hügeligen Ausläufern. Sie sind durch den Kiddebach vom Manengubagebirge getrennt. Der Mbwefluß, aus einem Kratersee im Manengubagebirge kommend, durchbricht sie in einem Quertal. Nordöstlich schließt sich das Mbohochland an, das Höhen von 1800 bis 2000 m erreicht. Es bricht nach Osten sehr steil zum Nkamkessel ab, senkt sich aber nach Westen allmählicher zum Batombergland. Nach Westen entwässern es der Fi und der Bago, zwei Quellflüsse des Kreuzflusses. Letzterer stammt aus dem kesselartigen Einbruchstal von Fontem. Das B. trägt weiter nördlich den Namen Bambutoberge (s.d.). Diese Fallen westlich steil zum Baliplateau und der Mijasenke, östlich dagegen in Stufen zum Nunplateau (s.d.). Sie haben Höhen von 2600 m und darüber. Nördlich folgt der 2500 m hohe Vulkanberg Muti (s.d.). Von hier ab sind die Gefällsverhältnisse umgekehrt: Steilabfall nach Osten, terrassenförmige Hänge zur Mijasenke, in der Bamenda liegt. Beim Paß von Babanki-Tungo geht das B. in die Randgebirge des Kumbohochlandes über. - Die Grundmasse des B. bilden Granite und Gneise, die die starke Zerklüftung des Gebirges bedingen. Darüber sind jüngere vulkanische Decken gebreitet, Basalte, Trachyte und Tuffe. Durch die Verwitterung dieser entstehen zum Teil sehr groteske Bergformen. Der Westabhang ist bis gegen 1000 m Höhe Urwald, dann folgt ein bewohnter Ölpalmengürtel, die Gipfel und der Ostabhang gehören zum Grasland.

Passarge-Rathjens.