Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 130

Bane, Volk in Kamerun, das zu den Fang (s.d.) oder Pangwe gehört, einem Sudanstamm, der Bantusprache angenommen hat. Sie sitzen auf dem Hochland von Südkamerun, und zwar zwischen dem oberen Lokundja und dem Njong, in einem nach Westen gerichteten Streifen. v. Stein schätzt ihre Zahl auf 70000 Seelen. Die B. sind zur Hauptsache Händler, und zwar hatten sie den ganzen Zwischenhandel nach Osten und Südosten in ihren Händen. Darum widersetzten sie sich auch der deutschen Besitzergreifung, da sie mit Recht fürchteten, daß dadurch dem Zwischenhandel ein Ende gemacht werden würde. 1897 wurden sie von v. Stein unterworfen. Dieser hat eine Genealogie der B.Stämme zusammengestellt und kommt zu folgenden Ergebnissen. Vor 20 Generationen etwa begann der Vorstoß der Fang (s.d.) in das Gebiet, das vorher von Bakoko (s.d.) bewohnt wurde. Sicher ist, daß die B. früher am Sanaga saßen. Vor 8 Generationen begann der Vorstoß nach Süden. Das Gebiet der B. liegt ganz im Waldgebiet. Die Hauptsiedelungen sind Ngulemakong, Sabade und Sambosa.

Literatur: v. Stein, Über die geogr. Verhältnisse des Bezirkes Lolodorf (Südkamerun-Gebiet), speziell der dort wohnenden Volksstämme, Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1899 (XII), 119.

Passarge-Rathjens.