Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 130

Bania, Ort in Neukamerun, am oberen Ssanga, etwa 60 km oberhalb der Einmündung des Kadei. Der Ort wurde 1892 von der Expedition de Brazza gegründet und ist seitdem der Name einer Subdivision gewesen. B. bezeichnet die Nordgrenze des Urwaldgebietes, der allerdings einige Enklaven noch nördlicher vorsendet. Die Gegend von B. ist sehr kautschukreich bis hinauf nach Carnot. B. liegt am rechten Ufer des Ssanga. Nach den Franzosen soll die Schiffbarkeit des Ssanga sogar bis B. hinauf möglich sein, allerdings nur zur Regenzeit während 4 Monaten des Jahres. Die unüberwindlichen Schnellen sollen erst oberhalb bis Likaia reichen. Die Siedelung ist der Sitz der Gesellschaft Haute-Ssanga, die dort im Jahre 1907 Plantagen von Kautschuk besaß von einer Größe von 71 ha und einer Baumzahl von 110000 Stück. Sie beschäftigte damals 60 Arbeiter. - B. liegt im Gebiet der Baia Buri. Im Dorfe selbst wohnen außer Baia noch eine Menge Pande und mehrere Haussahändler. B. ist der Stapelplatz für das Vieh, das über das Hochland von Jade vom Logone kommt, um Ssanga abwärts geschafft zu werden.

Passarge-Rathjens.